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Al-Qaida-Chef lebt angeblich in Pakistan: Das Phantom Osama bin Laden

Al-Qaida-Chef lebt angeblich in Pakistan : Das Phantom Osama bin Laden

Atlanta (RPO). Das Phantom ist wieder aufgetaucht – so scheint es zumindest. Osama bin Laden, der meistgesuchte Terrorist der Welt, soll sich laut einem US-Medienbericht in Pakistan aufhalten. Damit ist die Jagd auf den Al-Qaida-Chef in eine neue Runde gegangen. Doch die Spur könnte sich abermals als nebulös erweisen – wie in all den Jahren zuvor.

Atlanta (RPO). Das Phantom ist wieder aufgetaucht — so scheint es zumindest. Osama bin Laden, der meistgesuchte Terrorist der Welt, soll sich laut einem US-Medienbericht in Pakistan aufhalten. Damit ist die Jagd auf den Al-Qaida-Chef in eine neue Runde gegangen. Doch die Spur könnte sich abermals als nebulös erweisen — wie in all den Jahren zuvor.

In Pakistan wurde bin Laden bereits mehrmals vermutet, allerdings ist es diesmal ein Nato-Vertreter, der laut dem CNN-Bericht verkündete, dass der Al-Qaida-Chef in einem Haus in Pakistan leben soll — geschützt von der örtlichen Bevölkerung und einigen Vertretern des pakistanischen Geheimdienstes.

25 Millionen Euro, so hoch ist das Kopfgeld, dass die Vereinigten Staaten auf bin Laden ausgesetzt haben. Doch bisher hat das alles nichts genutzt. Seit 2001 ist die Suche nach dem Drahtzieher der Terroranschläge vom 11. September ohne Erfolg. Und es ranken sich Verschwörungstheorien um die erfolglose Jagd.

Gefälschte Videos?

So behaupten immer wieder Experten oder Geheimdienstler, bin Laden sei womöglich schon lange tot. Im vergangenen Jahr etwa sorgte ein amerikanischer Universitätsprofessor und ehemaliger Diplomat mit der Aussage für Aufsehen, dass es seit Oktober 2001 keine Person gibt, die ihn lebend gesehen habe. Was die westlichen Länder angeht, scheint dies auch der Wahrheit zu entsprechen.

Doch Angelo M. Codevilla erklärte auch, die Videos, die danach veröffentlicht wurden, seien nur Fälschungen gewesen. Denn mal habe er eine gebogenen Nase, dann mit einer kleinen, flachen. Und auch TV-Dokumentationen vergleichen immer wieder Fotos des Al-Qaida-Chefs. So wurden Bilder von 2001 gezeigt, auf denen er schon einen leicht grauen Bart hatte. Jahre später dagegen tauchten Fotos ab, auf denen kein Grau zu sehen war.

Der Experte stand nicht allein mit seiner Theorie da. Viele folgten dieser Ansicht. Selbst ein hoher US-Agent erklärte bereits 2002, bin Laden sei vermutlich tot. Auf jeden Fall reihen sich diese Spekulationen ein in eine Reihe der Verschwörungstheorien, die sich um die Anschläge vom 11. September 2001 ranken. Da heißt es mal, die USA hätten die Anschläge fingiert. Da heißt es auch, das abgestürzte Flugzeug sei abgeschossen worden.

Woran er gestorben seien soll, ist weiterer Anlass für Spekulationen. Mal wurde er erschossen, dann erlag er einem Nierenleiden. Selbst im Alltag gibt es immer wieder verschiedene Anlässe, die das Phantom aufleben lassen. So etwa ein Facebook-Account, der gelöscht wurde, oder eine Fluggesellschaft warb in einer Zeitschrift mit einer Bordkarte, die den Namen des Terroristen trug.

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Neue Fahndungsfotos

Erst im Januar dieses Jahres allerdings hatte das FBI Fotos veröffentlicht, wie bin Laden heute aussehen könnte - ein ergrauter 53-jähriger Mann. Denn wie er tatsächlich aussieht, weiß keiner.

Zwar tauchen immer wieder Nachrichten von ihm auf, etwa als er den westlichen Länder vorwarf, den Flutopfern von Pakistan nicht genügend zu helfen. Doch die sind eben seit 2007 nur noch Audiobotschaften. Weder weiß man, wann diese aufgenommen wurden, noch weiß man, ob die Videobänder echt waren.

Doch eines schien immer sicher, wenn man davon ausging, dass bin Laden noch lebt: Er halte sich irgendwo in oder im Grenzgebiet von Afghanistan auf. Mal hieß es, er sei in der Grenzregion zu finden, mal, er befinde sich in jeweils unterschiedlichen Regionen in Pakistan. Darauf deutet auch der jüngste CNN-Bericht hin.

Was auch immer mit bin Laden geschehen ist, das Phantom wird weiterleben - es sei denn, seine Leiche wird gefunden oder man findet ihn lebend. Doch selbst dann wird es immer noch Zweifler geben, die an eine Verschwörung glauben. Den Kampf gegen den islamistischen Terrorismus wird dennoch weitergehen - ob mit oder ohne bin Laden.

Hier geht es zur Bilderstrecke: USA fahnden mit Hilfe von Plakatwänden nach Bin Laden