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Coronavirus in den USA: Donald Trump verpflichtet General Motors zur Produktion von Beatmungsgeräten

Corona-Krise in den USA : Trump verpflichtet GM zur Produktion von Beatmungsgeräten

US-Präsident Trump geht in der Corona-Krise einen ungewöhnlichen Weg - und greift auf ein Gesetz aus dem Korea-Krieg zurück. So will er den Autohersteller General Motors zur Produktion von Beatmungsgeräten zwingen.

US-Präsident Donald Trump erließ am Freitag eine entsprechende Anordnung und berief sich dabei auf den Defense Production Act, ein Gesetz, das die Regierung berechtigt, Unternehmen zur Herstellung notwendiger Produkte zu verpflichten.

Verhandlungen mit dem Autohersteller über die Fertigung der Geräte seien produktiv gewesen, sagte Trump, aber: „Unser Kampf gegen das Virus ist zu dringend, um zuzulassen, dass das Geben und Nehmen des Vertragsvergabeprozesses weiterhin seinen gewohnten Gang läuft.“ GM habe Zeit verschwendet. Der Schritt werde helfen, eine rasche Produktion von Beatmungsgeräten sicherzustellen, die die Leben von US-Bürgern retten würden, sagte Trump.

Experten zufolge fehlen den USA Hunderttausende Beatmungsgeräte verglichen mit der Anzahl, die wahrscheinlich benötigt wird, um die rasch steigende Zahl an Covid-19-Patienten zu behandeln.

GM ist relativ weit bei der Umstellung eines Werks auf die Produktion der medizinischen Geräte. Der Konzern arbeitet mit der Firma Ventec Life Systems aus dem Großraum Seattle zusammen, einem kleinen Hersteller von Beatmungsgeräten, um dessen Ausstoß zu erhöhen und ein Autoelektronik-Werk von GM in Indiana für die Produktion der Geräte umzurüsten.

GM arbeite seit über einer Woche rund um die Uhr mit Ventec und Zulieferern daran, mehr Beatmungsgeräte zu produzieren, erklärte der Autohersteller.

Trumps Schritt scheint auf die Verhandlungen der Regierung um Preise und Stückzahlen abzuzielen. Ventec-Strategiechef Chris Brooks sagte allerdings, es sei sein Unternehmen, das die Gespräche mit der Regierung führe, und nicht GM.

(vek/dpa)