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Tierschützer empört: Chinesische Delegation soll illegal Elfenbein gekauft haben

Tierschützer empört : Chinesische Delegation soll illegal Elfenbein gekauft haben

Mitglieder einer chinesischen Delegation um Präsident Xi Jinping haben Tierschützern zufolge während einer Visite im ostafrikanischen Tansania in großem Stil Elfenbein gekauft. Die Umweltschützer hatten beobachtet, dass sich die Schwarzmarktpreise anlässlich des Besuchs verdoppelt hatten.

Die Schwarzmarktpreise für Stoßzähne von gewilderten Elefanten hätten sich anlässlich des Besuchs der China-Delegation im Frühjahr 2013 verdoppelt, heißt es in einem am Donnerstag veröffentlichten Bericht der britischen Umweltschutzorganisation Environmental Investigation Agency (EIA). Peking wies die Vorwürfe umgehend zurück.

Xi war im März des vergangenen Jahres mit zahlreichen Diplomaten und Wirtschaftsvertretern in die tansanische Wirtschaftsmetropole Daressalam gereist. Deren Nachfrage nach Elfenbein habe zu einem schlagartigen Preisanstieg auf 700 Dollar (rund 560 Euro) pro Kilo geführt, heißt es in dem EIA-Bericht unter dem Titel "Auf dem Weg zur Ausrottung: Kriminalität, Korruption und das Verschwinden der Elefanten in Tansania". Der Bericht stützt sich unter anderem auf Aussagen von Elfenbeinhändlern.

Der Handel mit Elfenbein wurde 1989 im Rahmen des Washingtoner Artenschutzübereinkommen (CITES) weitgehend verboten, seitdem ist es fast nur noch illegal zu bekommen. China und Tansania gehören zu den CITES-Vertragsstaaten, dem EIA-Bericht zufolge aber ist China gleichzeitig größter Importeur von Elfenbein und Tansania größter Exporteur.

Die Nichtregierungsorganisation spricht von einem regelrechten Komplott tansanischer Unternehmer und Politiker mit chinesischen Elfenbein-Käufern. Zum Amtsantritt des tansanischen Präsidenten Jakaya Kikwete Ende 2005 lebten demnach 142.000 Elefanten in dem Land. Bis zum kommenden Jahr könnte der Bestand auf 55.000 Dickhäuter fallen, befürchten die Umweltschützer. Allein im vergangenen Jahr sollen in Tansania 10.000 Elefanten wegen ihrer Stoßzähne getötet worden sein.

Das chinesische Außenministerium wies den Bericht als "unbegründet" zurück. "Wir widmen dem Schutz von Wildtieren wie Elefanten große Aufmerksamkeit", sagte Ministeriumssprecher Hong Lei unter Verweis auf neue Gesetze gegen den Elfenbeinschmuggel. Meng Xianlin von der für den Artenschutz zuständigen Forstbehörde bezeichnete den EIA-Bericht als "Unsinn". Von derartigen Vorwürfen habe er noch nie gehört, sagte Meng der Nachrichtenagentur AFP.

Im vergangenen Dezember wurde in Daressalam ein Chinese beim Versuch verhaftet, 81 Stoßzähne in den Hafen zu bringen. Dort lagen chinesische Marineschiffe vor Anker. Das Elfenbein soll für zwei chinesische Offiziere bestimmt gewesen sein. Der Mann wurde zu 20 Jahren Haft verurteilt. Einen Monat zuvor hatte die tansanische Polizei in Daressalam drei chinesische Staatsangehörige festgenommen, in deren Haus 706 Stoßzähne gefunden worden waren.

(AFP)