1. Politik
  2. Ausland

China: US-Journalisten verlieren nach Corona-Artikel Akkreditierung

„Rassistische Schlagzeilen“ : China entzieht US-Journalisten Akkreditierung

China hat drei US-amerikanischen Journalisten wegen einer als rassistisch und verleumdend bezeichneten Schlagzeile die Akkreditierung entzogen. Laut Außenamtssprecher Geng Shuang hätten die verantwortlichen Redakteure das chinesische Volk empört.

Das Außenministerium teilte am Mittwoch mit, die Überschrift „China Is the Real Sick Man of Asia“ - „China ist der wahre kranke Mann Asiens“ - über einem Meinungsbeitrag zur Coronavirus-Epidemie schade den Anstrengungen der Regierung und des chinesischen Volkes im Kampf gegen die Krankheit. Der Beitrag erschien am 3. Februar im „Wall Street Journal“ und wurde unter dem Namen des Professors vom New Yorker Bard College, Walter Russell Mead, veröffentlicht.

Chinas Außenamtssprecher Geng Shuang sagte, die verantwortlichen Redakteure hätten eine „rassistische Schlagzeile“ benutzt und damit „Empörung und Verurteilung im chinesischen Volk und der internationalen Gemeinschaft“ ausgelöst. Die Regierung habe mit dem Entzug der Arbeitserlaubnis für die drei Journalisten des „Wall Street Journal“ auf eine Beschwerde reagiert. Allerdings ist das Blatt - wie die meisten ausländischen Zeitungen - in China gar nicht erhältlich; seine Webseite und Artikel werden von der Online-Zensur blockiert.

China hat in den vergangenen Jahren immer wieder mal Journalisten die Akkreditierung oder deren Verlängerung verweigert. Neu erscheint diesmal, dass bestehende Akkreditierungen aufgehoben und die betroffenen Journalisten damit praktisch ausgewiesen werden.

China übt bei bestimmten Themen großen Druck auf Unternehmen, Medien und auch Regierungen aus, seine Sicht zu akzeptieren - vor allem bezüglich Taiwans, Tibets und Menschenrechten sowie zuletzt auch Hongkongs. So hat Peking die kommerziellen Beziehungen zum US-Basketballverband NBA abgebrochen, nachdem der Manager der Houston Rockets auf Twitter Sympathie für die Demokratiebewegung in Hongkong bekundet hatte.

(ala/dpa)