Streit noch nicht beigelegt: China und USA nehmen Handelsgespräche wieder auf

Streit noch nicht beigelegt : China und USA nehmen Handelsgespräche wieder auf

Die Verhandlungen zwischen Washington und Peking laufen langsam wieder an. Doch eine Einigung liegt wohl in weiter Ferne. In China wird der Konflikt zunehmend als Rivalität der angeschlagenen alten Supermacht USA zur aufstrebende asiatischen Macht betrachtet.

Nach monatelanger Pause haben die USA und China ihre Handelsgespräche wieder aufgenommen. Die US-Delegation um Finanzminister Steven Mnuchin und den US-Handelsbeauftragten Robert Lighthizer traf am Dienstag in Shanghai ein. Die Verhandlungen, die auf chinesischer Seite von Vizepremier Liu He geleitet werden, sollen bis Mittwoch dauern. Details zu den Inhalten wurden zunächst nicht bekannt.

Es sind die ersten direkten Handelsgespräche der beiden größten Volkswirtschaften seit dem Scheitern der Verhandlungen im Mai. Vor knapp vier Wochen hatten sich US-Präsident Donald Trump und Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping am Rande des Gipfels der großen Wirtschaftsnationen in Osaka in Japan auf einen „Waffenstillstand“ in ihrem Handelskrieg und eine Wiederaufnahme der Gespräche geeinigt.

Es wurde nicht mir einer schnellen Verständigung gerechnet. Der Handelskrieg zwischen den beiden Staaten läuft bereits seit über einem Jahr.

Auslöser war ursprünglich die Verärgerung Trumps darüber, dass China weit mehr in die USA exportiert als umgekehrt. Er fordert eine Beseitigung von Marktschranken, kritisiert die Verletzung von Urheberrechten, den zwangsweisen Technologietransfer bei in China tätigen US-Unternehmen und staatliche Subventionen.

Seither hat Trump die Hälfte der Importe aus China mit 25-prozentigen Sonderzöllen belegt. China reagierte mit Gegenzöllen. Für die vereinbarte Wiederaufnahme der Handelsgespräche hatte der US-Präsident in Osaka zugesagt, eine geplante Ausweitung der Sonderabgaben vorerst zu verschieben. Doch steht seine Drohung weiter im Raum. Er denkt an 10 bis 25 Prozent Zusatzzölle auf die restlichen China-Einfuhren im Wert von rund 300 Milliarden US-Dollar.

Die chinesische Führung scheint auch langsam die Hoffnung auf eine baldige Lösung im Handelskrieg zu verlieren. Die Auseinandersetzung wird in politischen Zirkeln in Peking zunehmend als Rivalität der angeschlagenen alten Supermacht USA gegenüber der aufstrebende asiatischen Macht China betrachtet.

Die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua berichtete am Montag, dass als „jüngste Fortschritt“ Millionen Tonnen amerikanische Sojabohnen nach China verschifft worden seien. Chinesische Firmen stünden zudem in Verhandlungen über den Kauf weiterer US-Agrarprodukte. Trump hatte nach dem Gipfel in Osaka verkündet, dass China ihm den Kauf von mehr Agrarprodukten zugesichert hätte. Diese Vereinbarung wurde von Peking jedoch nicht bestätigt.

(zim/dpa)