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Peking warnt USA: China stoppt anti-japanische Proteste

Peking warnt USA : China stoppt anti-japanische Proteste

Im Inselstreit zwischen China und Japan tritt wieder etwas Ruhe ein. Peking unterbindet neue Demonstrationen, droht dem Nachbarn aber mit Ausfällen im Handel. Die Militärs und der zukünftige chinesische Staats- und Parteichef warnen die USA, sich einzumischen.

Im Inselstreit zwischen China und Japan tritt wieder etwas Ruhe ein.
Peking unterbindet neue Demonstrationen, droht dem Nachbarn aber mit Ausfällen im Handel. Die Militärs und der zukünftige chinesische Staats- und Parteichef warnen die USA, sich einzumischen.

Nach den bisher schwersten anti-japanischen Protesten in China wollen die Sicherheitsbehörden den Demonstrationen ein Ende setzen. Die Polizei in Peking und anderen großen Städten untersagte am Mittwoch spontane Massenaufmärsche. In dem neu entflammten Streit mit Japan um eine Inselgruppe im Ostchinesischen Meer droht China dem Nachbarn aber mit Schaden für die Handelsbeziehungen. Chinas Militärs mahnten die USA, sich aus dem Konflikt um die - chinesisch Diaoyu und japanisch Senkaku genannten - Inseln herauszuhalten.

Scharfe Kritik an Japan übte auch Vizepräsident Xi Jinping, der im nächsten Monat das Ruder als künftiger Staats- und Parteichef Chinas übernehmen wird. "Japan muss sein Verhalten zügeln und mit allen Worten und Taten aufhören, die Chinas Souveränität und territoriale Integrität untergraben", sagte der "Kronprinz" bei einem Treffen mit US-Verteidigungsminister Leon Panetta in Peking.

Chinas Militärführung warnte die USA vor einer Einmischung in den Konflikt. Der Vizevorsitzende der Militärkommission, Xu Caihou, sagte nach Angaben der amtlichen Nachrichtenagentur Xinhua zu Panetta:
"China lehnt den Anspruch ab, dass die Diaoyu-Inseln unter den amerikanisch-japanischen Sicherheitsvertrag fallen." Panetta forderte beide Seiten zur Zurückhaltung auf und warnte vor einer Eskalation.

SMS der Polizei: Stoppt Proteste

In Kurznachrichten an Handynutzer forderte die Pekinger Polizei die Bevölkerung auf, Proteste einzustellen. "Die Leute können andere Wege nutzen, um ihren Patriotismus auf angemessene Weise auszudrücken", hieß es in der Mitteilung, die sich auch im Internet verbreitete. "Geht nicht in die Botschaftsviertel, um zu protestieren." In Städten wie Xi'an und Changsha warnte die Polizei ähnlich vor nicht genehmigten Demonstrationen.

Angesichts der Rufe nach wirtschaftlichen Sanktionen und einem Boykott japanischer Waren geht das Pekinger Handelsministerium davon aus, dass die Wirtschaftsbeziehungen "mit Sicherheit" Schaden nehmen werden. "Es ist nichts, was wir uns wünschen, aber Japan muss die volle Verantwortung dafür übernehmen", sagte der Sprecher Shen Danyang. Das Handelsvolumen beider Länder erreichte im vergangenen Jahr 340 Milliarden US-Dollar, heute umgerechnet 259 Milliarden Euro.

Auslöser der neuen Spannungen zwischen China und Japan war der Aufkauf von drei Insel durch die japanische Regierung, die damit eigentlich verhindern wollte, dass sie von nationalistischen Kräften erworben werden. Empört nannte China den Kauf "illegal" und bekräftigte seinen territorialen Anspruch. Beide Nachbarn streiten seit Jahrzehnten um die Felseninseln. In dem Seegebiet gibt es reiche Fischgründe. Auch werden große Öl- und Gasvorkommen vermutet.

In dem umstrittenen Meeresgebiet kreuzen gegenwärtig chinesische und japanische Schiffe. Einige chinesische Patrouillenboote seien von Japans Küstenwacht aufgebracht worden, berichtete Xinhua. Bei den Begegnungen hätten die Besatzungen den chinesischen Anspruch über die Inseln erklärt. Zwischenfälle wurden nicht bekannt. Zehn Schiffe der chinesischen Küstenwacht seien in dem Gebiet. Japan habe sechs Schiffe sowie Flugzeuge entsandt.

dpa lw xx z2 da

Hier geht es zur Bilderstrecke: Protestwelle gegen Japan in China

(dpa)