China: Angela Merkel und Li Keqiang bekennen sich zu freiem Welthandel

Bundeskanzlerin zu Besuch in China : Merkel und Li bekennen sich zu freiem Welthandel

Zum Auftakt ihres zweitägigen Besuchs in China ist Kanzlerin Merkel am Donnerstag von Ministerpräsident Li Keqiang empfangen worden. Bei dem Gespräch in Peking bekannten sich beide zum freien Welthandel.

Das teilte Regierungssprecher Steffen Seibert mit. Deutschland und China setzten beide auf Multilateralismus, sagte Merkel demnach. "Wir wollen einen regelbasierten, fairen und freien Handel", fügte sie hinzu.

Merkel und Li sprachen auch über das von den USA gekündigte Atomabkommen mit dem Iran, wie Seibert im Kurzbotschaftendienst Twitter mitteilte. Deutschland fühle sich dem Abkommen verpflichtet und habe es über Jahre mitverhandelt, sagte Merkel. Das Abkommen sei nicht perfekt, aber die Alternativen seien noch unsicherer.

Appell an Trump und Kim Jong Un

Angesichts der Unsicherheit über den geplanten Gipfel zwischen Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un und US-Präsident Donald Trump appellierten Merkel und Li an beide, an den Verhandlungen festzuhalten. Es komme auf eine friedliche Lösung der Probleme durch Dialog an, sagte Li nach dem Treffen mit Merkel.

Die Kanzlerin sagte, sie hoffe, dass es zu einer atomaren Abrüstung auf der koreanischen Halbinsel komme. Man habe dazu in jüngster Zeit „sehr hoffnungsvolle Dinge gesehen“. Chinas Premier wies auf Anzeichen für eine Entspannung in dem Konflikt um Nordkoreas Atomwaffen- und Raketenprogramm hin. „Alle sollten weiter daran arbeiten.“ China wolle eine konstruktive Rolle spielen.

Kanzlerin will Künstler und Wissenschaftler in China treffen

Nach dem Treffen mit Li will Merkel auch mit Chinas Staatschef Xi Jinping Gespräche führen. Dabei soll es ebenfalls um die Handelsbeziehungen, das Atomabkommen mit dem Iran und die Entwicklungen in Nordkorea gehen. Auch Menschenrechtsthemen könnten zur Sprache kommen.

Bei ihrer 11. China-Reise als Bundeskanzlerin will Merkel auch chinesische Künstler und Wissenschaftler als Vertreter der Zivilgesellschaft treffen.

Am zweiten Tag ihres China-Besuchs wird Merkel in die südchinesische Stadt Shenzhen reisen. Dort wird sie an der Eröffnung eines Innovationszentrums der deutschen Außenhandelskammer teilnehmen sowie ein Siemens-Werk besichtigen.

(das/AFP/dpa)
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