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Frankreich: Cantonas "Sturm auf die Banken" gescheitert

Frankreich : Cantonas "Sturm auf die Banken" gescheitert

Paris (RPO). Eric Cantonas Appell zum "Sturm auf die Banken" verhallte ungehört: Der ehemalige französische Fußballstar hatte zur Revolution gegen das Banken- und Finanzsytem aufgerufen, die erhoffte Reaktion seiner Anhänger blieb jedoch aus. Nur sehr wenige "Revoluzzer" waren Cantonas Vorschlag gefolgt, am 7. Dezember die eigenen Konten leerzuräumen, um die Macht der Banken zu brechen und damit gegen das "korrupte und kriminelle System" zu protestieren.

Auf sozialen Netzwerken wie Facebook hatten sich zwar zahlreiche Sympathisanten der Aktion gefunden, die "Revolution ohne Gewalt und ohne Blutvergießen" verlief jedoch im Sande. "Wir haben keine Veränderungen festgestellt", erklärte ein Sprecher der französischen Bank Credit Lyonnais. Zuvor hatten bereits diverse Medien berichtet, Cantonas "Cash Day" verliefe wie ein gewöhnlicher Arbeitstag. Spezielle Vorkehrungen seien nicht getroffen worden und Bargeldbezüge am Schalter seien ohnehin auf 1500 Euro begrenzt.

Wenig hilfreich dürfte zudem gewesen sein, dass Cantonas Ehefrau Rachida Brakni in diesem Jahr in einem TV-Werbespot zu sehen war - für eben jene Credit Lyonnais. Cantonas Ruf tat dies freilich keinen Abbruch, der frühere Star von Manchester United wurde von der französischen Presse als neuer Robin Hood gefeiert. Die Banken kritisierten Cantonas Idee indes als verantwortungslos, naiv und irreführend.

Einen kleinen Erfolg konnte die Fußball-Ikone jedoch feiern: Mit seinem Aufruf versetzte der 44-Jährige die Banken zumindest kurzzeitig in Angst und Schrecken. Wirtschaftsexperten bestätigten zudem, dass Cantona eine reelle Schwachstelle des Finanzsystems aufgezeigt habe. Denn wenn, wie Cantona forderte 20 Millionen Menschen, gleichzeitig ihr Geld abgehoben hätten, müssten die Banken aufgrund von Liquiditätsproblemen schließen oder zumindest die Bargeldbezüge weiter begrenzen.

(SID/felt)