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Neue Schmuddel-Affäre: Bunga-Bunga: Berlusconi verteidigt sich

Neue Schmuddel-Affäre : Bunga-Bunga: Berlusconi verteidigt sich

Düsseldorf (RPO). Der italienische Ministerpräsident Silvio Berlusconi hat mit Berichten zu kämpfen, die ihm eine pikante erotische Affäre nachsagen. Der Cavaliere mit dem zweifelhaften Ruf soll sich mit einer 17-Jährigen vergnügt haben. Angeblich wurde das Mädchen auf Berlusconis Betreiben aus der Haft entlassen. Italiens Presse ist in Aufruhr. Jetzt setzt sich Berlusconi zur Wehr.

Schon mehrfach haben in Italien Berichten über Berlusconis Privatleben die Runde gemacht. Demnach lebt der Regierungschef ziemlich freimütig einen Hang zur Erotik aus. Schon mehrfach soll er attraktive Damen gegen Entgelt zu abendlichen Dinner-Partys geladen haben. Nun macht die Geschichte der 17-jährigen Ruby Rubacuori die Runde. Trotz ihres jungen Alters soll sie bereits über die ausgeformten Körperrundungen einer erwachsenen Frau verfügen. Die minderjährige Marokkanerin soll an ausschweifenden Feiern in Berlusconis Villa in Arcore nahe Mailand teilgenommen haben soll.

Die italienische Presse berichtet derzeit ausführlich über den Fall um das Mädchen. In den Artikel wird sie oftmals einfach nur Ruby genannt. Sie soll von der Polizei wegen des Verdachts des Diebstahls festgenommen worden sein. In den Verhören berichtete sie anschließend von ihrer Teilnahme an den Partys. Sex mit Berlusconi — das hat sie stets ausgeschlossen. Wohl aber will sie 30.000 Euro in bar und diverse Geschenke bekommen haben.

Ein afrikanisches Ritual

Auch zum Thema "Bunga-Bunga" offenbarte sich Ruby der italienischen Presse. Demnach stammt der Begriff von Libyens Herrscher Gaddafi und beschreibe einen Ritus in seinem afrikanischem Harem. So habe es Berlusconi ihr bei einem ihrer Treffen erklärt. Ähnliche Rituale — so legen es nun die Berichte nahe — pflegt offenbar mit schöner Regelmäßigkeit auch Berlusconi, der im Anschluss an das Abendessen gerne wichtige und schöne Menschen um sich scharen soll. Bunga-Bunga hat sich bereits zum politischen Kampfbegriff gemausert, mit dem die Opposition gegen den Regierungschef zu Felde zieht.

Das lässt Italiens Regierungschef mit dem ihm eigenen Freimut auch selbst durchblicken, wenn er nun offensiv seinen Lebensstil verteidigt. "Ich bin ein fröhlicher Mensch, ich liebe das Leben und die Frauen", sagte Berlusconi am Wochenende am Rande des EU-Gipfels in Brüssel. "Niemand wird mich dazu bringen, meinen Lebensstil zu ändern, ich bin stolz darauf."

Der Cavaliere wollt doch nur helfen

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"Ich habe ein furchtbares Leben, ich muss Übermenschliches leisten, arbeite bis halb drei Uhr morgens und stehe um sieben Uhr wieder auf", sagte der 74-Jährige. Da brauche er ab und zu einen entspannenden Abend. Berichte, er habe Druck ausgeübt, um Ruby aus dem Polizeigewahrsam freizubekommen, wies Berlusconi zurück. "Ich habe niemanden beeinflusst." Er habe gehört, dass das Mädchen ein schwieriges Leben gehabt habe und habe ihr daher helfen wollen. Große Geschenke wie etwa Autos habe er ihr aber nie gemacht, wie es die Presse schreibe.

Berlusconi geriet in der Vergangenheit mehrfach wegen ausschweifender Partys und angeblicher sexueller Affären etwa mit einem Callgirl in die Schlagzeilen. Für Aufregung sorgte auch seine Bekanntschaft mit der damals Minderjährigen Noemi. Seine Frau Veronica Lario reichte wegen der Eskapaden die Scheidung ein.

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(AFP/pst)