Buch von Donald Trump "Fire and Fury" erscheint schon heute

Vier Tage früher als geplant: Enthüllungsbuch über Trump erscheint bereits heute

Das Buch "Fire and Fury" soll heikle Details aus dem Innenleben des Weißen Hauses enthalten. Donald Trump will das Erscheinen juristisch verhindern. Der Verlag zieht die Veröffentlichung nun vor. Und der Autor bedankt sich beim US-Präsidenten.

Das mit großer Spannung erwartete Enthüllungsbuch "Fire and Fury" über das Weiße Haus unter Donald Trump soll vier Tage früher als geplant bereits an diesem Freitag erscheinen. Das teilte der Autor und Journalist Michael Wolff im Kurznachrichtendienst Twitter mit. Der Verlag begründete den Schritt mit einer "beispiellosen" Nachfrage. Das Buch soll demnach ab 9 Uhr (Ortszeit US-Ostküste/15 Uhr MEZ) verkauft werden.

Wolff zeichnet in "Fire and Fury" auf Grundlage von sieben Monaten Recherche im Weißen Haus und angeblich 200 Interviews ein chaotisches Bild der Machtzentrale unter Trump. Auch behauptet er, Trump habe gar nicht Präsident werden wollen. Erste Auszüge aus dem Buch versetzten Washington in den vergangenen Tagen in helle Aufruhr.

"Danke, Mr. President"

Mit der vorgezogenen Veröffentlichung will sich der Verlag Henry Holt & Co offensichtlich über Trumps Begehr hinwegsetzen, das Erscheinen juristisch zu verhindern. Ein Anwalt des US-Präsidenten hatte Verlag und Autor angeschrieben, das Buch dürfe weder ganz noch in Teilen erscheinen. Medienberichten zufolge wird dies unter anderem mit Vorwürfen übler Nachrede und Schmähungen begründet.

Auf Autor und Verlag machte das Schreiben offensichtlich aber kaum Eindruck: Henry Holt and Co. setzte das Erscheinungsdatum um vier Tage vor, da die Nachfrage beispiellos sei. Wolff selbst twitterte am Donnerstag: "Los geht's. Sie können es morgen kaufen (und lesen). Danke, Mr. President."

  • "Fire and Fury" : Anwälte wollen Trump-kritisches Buch verbieten lassen

Das Weiße Haus reagierte auf die vorab veröffentlichten Passagen. Die Behauptung, Trump habe den Wahlsieg 2016 gar nicht gewollt, sei lächerlich, sagte Sprecherin Sarah Sanders. Außerdem sei es infam zu behaupten, Trump sei geistig nicht in der Lage, sein Amt auszuüben. Der US-Präsident beweise jeden Tag das Gegenteil. Andernfalls wäre das Jahr 2017 nicht so erfolgreich verlaufen, meinte die Sprecherin.

Trump selbst bezeichnete das Buch als Werk "voller Lügen, Fehlinterpretationen und Quellen, die nicht existieren". Bei Twitter schrieb er am Donnerstagabend (Ortszeit), er habe dem Autor keinen Zugang zum Weißen Haus gewährt und nie mit ihm gesprochen.

Besonders brisant am Buch sind vorab veröffentlichte Aussagen des früheren Chefstrategen im Weißen Haus, Stephen Bannon. Er hat unter anderem gesagt, Trump sei unfähig, die USA zu regieren. Ein Treffen von Trumps Sohn Donald Trump jr. mit einer russischen Anwältin im Sommer 2016 brandmarkte er als "verräterisch" und "unpatriotisch".

Auf Twitter schrieb Trump, man solle sich die Vergangenheit des Autors ansehen und zuschauen, was mit ihm und "Sloppy Steve" (etwa: dem schlampigen Steve) geschehen werde. Mit letzterem Begriff spielte er offenbar auf Bannon an. Bereits zuvor hatte Trump mit Blick auf Bannons Aussagen in dem Buch gesagt, dieser habe seinen Verstand verloren. Wolff wurde von Trump in dem Tweet nicht namentlich genannt.

(wer)