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Britischer Migrations-Staatssekretär beschäftigt illegal Putzfrau

Mark Harper tritt zurück : Britischer Migrations-Staatssekretär beschäftigt illegal Putzfrau

Mark Harper galt als harter Hund in Westminster. Als Staatssekretär für Migration ließ er Lastwagen mit Plakaten durch London fahren: "Wer nicht legal hier ist, soll gehen!" stand darauf. Jetzt muss er selber gehen.

Ausgerechnet der Staatssekretär für Einwanderung ist in Großbritannien über die Beschäftigung einer ausländischen Putzfrau gestolpert. Der Migrations-Experte Mark Harper trat am Samstag zurück. Er hatte eine Frau als Reinigungskraft beschäftigt, die keine unbefristete Aufenthalts- und Arbeitserlaubnis in Großbritannien vorweisen konnte, wie er selbst mitteilte.

Harper ist für eine umstrittene Gesetzesreform maßgeblich mitverantwortlich, die die Bestimmungen zur Einwanderung und die Strafen für die Beschäftigung illegaler Einwanderer deutlich verschärfen soll. "Deshalb muss ich an mich selbst noch härtere Anforderungen stellen, als ich sie von anderen erwarte", schrieb er zur Begründung seines Rücktritts.

Harper entschuldigte sich in seinem Rücktrittsschreiben für die "Peinlichkeit, die ich verursacht habe." Premierminister David Cameron nahm den Rücktritt "mit Bedauern" zur Kenntnis und sprach von einer "ehrenvollen Entscheidung" Harpers. Es gebe keinen Grund zur Annahme, dass Harper bewusst eine Frau beschäftigt habe, die illegal in Großbritannien arbeite. Vielmehr sei er von der Hausangestellten getäuscht worden.

Harper war im vergangenen Jahr in die Schlagzeilen geraten, als er eine höchst umstrittene Kampagne gegen illegale Ausländer startete. Durch besonders von Migranten bewohnte Stadtteil Londons ließ er Lastwagen fahren, auf deren Aufbau in großen Lettern stand: "Wer nicht legal hier ist, soll gehen!" Die Kampagne musste nach massiver öffentlicher Kritik wieder eingestellt werden.

(dpa)