Britische Regierung hält weiteren Anschlag für "sehr wahrscheinlich"

Anschlag in London : Britische Regierung hält weiteren Anschlag für "sehr wahrscheinlich"

Nach dem Anschlag in London befürchtet Großbritanniens Premierministerin Theresa May weitere Attacken. Die Attentäter von Samstag sind identifiziert. Die Polizei sucht nach möglichen Komplizen und Hintermännern.

Die Behörden schätzten die Gefahr für die nationale Sicherheit weiterhin als "schwerwiegend" ein, sagte May am Montag nach einem Krisentreffen mit Vertretern der wichtigen Sicherheitsbehörden in London. "Das bedeutet, dass ein terroristischer Angriff sehr wahrscheinlich ist."

May verurteilte den Terroranschlag vom Samstagabend als Attacke auf die freie Welt. "Das war ein Angriff auf London und auf das Vereinigte Königreich. Aber es war auch ein Angriff auf die freie Welt." Es sei nun klar, dass es Opfer verschiedener Nationalitäten gebe. May bestätigte zudem, dass die Identität der mutmaßlichen Attentäter der Polizei bekannt sei.

Polizei wertet Beweismaterial aus

Die Polizei will die Namen veröffentlichen, "sobald es die Ermittlungen erlauben", sagte Polizeichefin Cressida Dick. Jetzt gehe es darum, herauszufinden, ob die Männer weitere Helfer bei der Planung des Anschlags gehabt hätten. Die Polizei habe große Mengen Beweismaterial sichergestellt und werte dieses jetzt "sehr, sehr sorgfältig" aus. Am Sonntag wurden zwölf Verdächtige festgenommen, einer wurde später wieder auf freien Fuß gesetzt. Weitere Festnahmen gab es am frühen Montagmorgen.

Am Samstagabend waren auf der London Bridge im Herzen der britischen Hauptstadt drei Attentäter mit einem Lieferwagen in eine Menschenmenge gerast, anschließend stachen sie in einem nahe gelegenen Ausgehviertel wahllos auf Menschen ein. Acht Minuten nach dem ersten Notruf erschossen Polizisten die Angreifer, die Sprengstoffattrappen am Körper trugen. Augenzeugen berichteten, die Angreifer hätten "Das ist für Allah" gerufen.

Zwei Deutsche unter den Verletzten

Es war das dritte Attentat binnen drei Monaten in Großbritannien, alle drei hat der IS für sich in Anspruch genommen. Der zweite Anschlag liegt gerade einmal zwei Wochen zurück: In Manchester hatte am 22. Mai ein Selbstmordattentäter nach einem Auftritt der US-Sängerin Ariana Grande 22 Menschen mit in den Tod gerissen. Bei einem Benefizkonzert in der nordenglischen Stadt gedachte Grande am Sonntagabend gemeinsam mit Kollegen wie Miley Cyrus und Justin Bieber sowie 50.000 Zuschauern der Opfer dieses Anschlags.

Am Sonntag teilten die Gesundheitsbehörden mit, dass noch 36 Verletzte im Krankenhaus behandelt würden. 21 von ihnen schwebten demnach in Lebensgefahr. Laut Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) wurden auch zwei Deutsche verletzt, einer von ihnen schwer.

(wer/AFP/REU/dpa)
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