Brexit-Debatte in London: Labour-Chef Jeremy Corbyn sorgt für Eklat im Unterhaus

„Dumme Frau“ oder „dumme Leute“ : Labour-Chef Corbyn löst Eklat bei Fragestunde in britischem Parlament aus

Es war hitzig bei der Parlamentsdebatte in Londun vor allem im Angesicht des Streites um den bevorstehenden Brexit. Labour-Chef Jeremy Corbyn hat sich dabei wohl im Ton vergriffen.

Mit einer als Beleidigung von Premierministerin Theresa May aufgefassten Äußerung hat der britische Oppositionsführer Jeremy Corbyn am Mittwoch einen Sturm der Entrüstung ausgelöst. Er wurde beschuldigt, May im Unterhaus als „dumme Frau“ tituliert zu haben. Filmaufnahmen während der wöchentlichen Fragestunde mit der Regierungschefin scheinen dies nahezulegen.

Die stets lebhafte Fragestunde der Premierministerin verlief wegen des Streits um den Brexit-Vertrag noch hitziger als sonst. Corbyns Sprecher betonte, der Labour-Chef habe „dumme Menschen“ gesagt, in Anspielung auf Abgeordnete aus dem Lager der regierenden Konservativen. Dennoch löste die Episode einen Eklat aus. Konservative Abgeordnete riefen „Schande“ und „schändlich“ und forderten eine Entschuldigung. Unterhauspräsident John Bercow sagte, er haben den fraglichen Wortwechsel nicht wahrgenommen, werde die Aufnahmen aber prüfen.

Das britische Parlament versucht seit einiger Zeit, Mobbing, Schmähungen und sexueller Belästigung ein Ende zu setzen. Es ist nicht das erste Mal, dass ein männlicher Politiker sexistischer Sprache beschuldigt wurde. 2011 sah sich der damalige Premierminister David Cameron Sexismus-Vorwürfen ausgesetzt, als er den Slogan einer beliebten Werbung aufgriff und einer weiblichen Abgeordneten sagte: „Beruhige Dich, Liebling.“

(mja/dpa)
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