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Brasiliens Gesundheitsminister positiv auf Corona getestet - war zuvor bei UN

Bei UN-Besuch : Brasiliens Gesundheitsminister positiv auf Corona getestet

Brasiliens Gesundheitsminister ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. Bei dem Minister ist eine Infektion festgestellt worden, nachdem er an der UN-Generaldebatte in New York teilgenommen hat. Es handelt sich um die zweite Corona-Infektion im Team des brasilianischen Präsidenten Jair Bolsonaro.

Der brasilianische Gesundheitsminister Marcelo Queiroga ist während einer Dienstreise mit Staatspräsident Jair Bolsonaro in New York positiv auf das Coronavirus getestet worden. Er werde in den USA in Quarantäne bleiben, schrieb Queiroga am Dienstagabend (Ortszeit) auf Twitter. Er ist brasilianischen Medienberichten zufolge das zweite Mitglied der brasilianischen Delegation in New York, bei dem das Ergebnis eines Corona-Tests positiv ausgefallen ist. Der Gesundheitsminister werde „zur Isolation in den USA bleiben“, heißt es in einer offziellen Erklärung. Der 55-Jährige wurde den Angaben zufolge gegen Corona geimpft und ist „wohlauf“. Bei weiteren Mitgliedern fielen die Tests laut der Pressestelle der Präsidentschaft, auf die sich etwa das Nachrichtenportal „G1“ berief, negativ aus.

Der Rechtspopulist Bolsonaro hat das Coronavirus von Anfang an verharmlost und spricht sich immer wieder gegen den Gebrauch von Masken und andere eindämmende Maßnahmen aus. Am Dienstag sorgte er zum Auftakt der UN-Generaldebatte in New York mit Aussagen über sein Vorgehen in der Pandemie für Verwunderung. So pries Bolsonaro etwa den vorbeugenden Einsatz von Medikamenten, deren Wirksamkeit gegen das Coronavirus nicht nachgewiesen ist.

Bolsonaro, der während seiner Reise in die USA mehrmals ohne Maske gesehen wurde, ist nicht gegen Covid-19 geimpft worden und hat wiederholt erklärt, dass er „der letzte“ Brasilianer sein werde, der sich impfen lasse.

Wegen der Impfpflicht in vielen öffentlichen Innenräumen war zuletzt auch eine Debatte über einen verpflichtenden Impfnachweis für die Teilnahme an der UN-Generaldebatte entbrannt - ein angesichts der diplomatischen Sonderstellung des UN-Sitzes zum Scheitern verurteiltes Unterfangen.

Bei den UN gilt das „Ehren-System“: Wer das Gebäude der Vereinten Nationen in New York betritt, bestätigt damit etwa, in den zehn Tagen zuvor nicht positiv getestet worden zu sein. Queiroga twitterte in den vergangenen Tagen Fotos unter anderem mit Bolsonaro, dessen Frau Michele und Vertretern von Investmentfonds.

(ala/dpa)