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Bosnien-Repräsentant Schmidt: Wutausbruch nach Frage einer Journalistin

Schmidt reagiert mit Wutausbruch auf Frage : „Rubbish, full rubbish“

Der ehemalige deutsche Landwirtschaftsminister Christian Schmidt kündigte an, das Wahlrecht in Bosnien-Herzegowina zu ändern. Darauf folgte viel Kritik. Die Frage einer Journalistin war jetzt zu viel für ihn. Ihm platzte der Kragen.

Der Hohe Repräsentant für Bosnien-Herzegowina, Christian Schmidt, hat mit einem Wutausbruch für Aufsehen gesorgt. Auf einem Video von einer Pressekonferenz am Mittwoch im ostbosnischen Gorazde ist zu sehen, wie der frühere Bundeslandwirtschaftsminister in Antwort auf die Frage einer Reporterin sichtlich erregt ruft: „Müll! Völliger Müll!“

<aside class="park-embed-html"> <blockquote class="twitter-tweet"><p lang="de" dir="ltr">CSU-Mann und Ex-Bundesglyphosatminister Christian <a href="https://twitter.com/hashtag/Schmidt?src=hash&amp;ref_src=twsrc%5Etfw">#Schmidt</a> ist seit einem Jahr als Hoher Repräsentant für Bosnien und Herzegowina in heikler, diplomatischer Mission unterwegs. Da ist Feingefühl gefragt, auch auf Pressekonferenzen. <a href="https://t.co/lHhMz73Ssq">pic.twitter.com/lHhMz73Ssq</a></p>&mdash; BR_quer (@BR_quer) <a href="https://twitter.com/BR_quer/status/1560238774600220672?ref_src=twsrc%5Etfw">August 18, 2022</a></blockquote> <script async src="https://platform.twitter.com/widgets.js" charset="utf-8"></script> </aside>
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„Dies ist eine Stadt, in der Menschen ihr Leben verloren haben, und wir sind nicht hier, nur um politische Spielchen zu machen“, sagte Schmidt in wütendem Tonfall. Eine Reporterin hatte ihn Medienberichten zufolge gefragt, ob er seine Vollmachten nutzen werde, um vor den Anfang Oktober stattfindenden Parlamentswahlen in Bosnien-Herzegowina umstrittene Änderungen am Wahlgesetz durchzusetzen. Außerdem ging es demnach um den Vorwurf, dass mögliche Änderungen manche Minderheiten benachteiligen würden.

Schmidt zeigte sich frustriert über die politischen Auseinandersetzungen in dem Balkanstaat. Laut Medienberichten sagte er: „Jeder gibt jedem die Schuld. Freunde, so kommt man nicht nach Europa.“ Bosnien-Herzegowina wird von der EU als „möglicher Beitrittskandidat“ eingestuft.

Schmidt verteidigte später sein Verhalten im Gespräch mit dem „Spiegel“. Ihm sei „in der Tat der Kragen geplatzt, weil ich mich doch schon sehr wundere, dass es von vielen in der Politik hingenommen wird, dass etwa in der Föderation von Bosnien-Herzegowina seit vier Jahren keine Regierung ernannt worden ist“, sagte er. „Dies habe ich zu kritisieren, gestern habe ich das überdeutlich gemacht.“ Von bosnischen Bürgerinnen und Bürgern „außerhalb der Politik“ erhalte er „überwältigenden Zuspruch“.

Aufgrund seiner weitreichenden Befugnisse kommt Schmidt eine wichtige Rolle bei der Umsetzung von Reformen und der Überwindung der politischen Gegensätzen in Bosnien-Herzegowina zu. Das Amt des Hohen Repräsentanten war mit dem Friedensvertrag von Dayton worden geschaffen, der 1995 den Krieg in dem Balkanland beendete. Der Gesandte mit Büro in Sarajevo soll die Umsetzung der zivilen Aspekte des Abkommens überwachen.

(mzu/afp)