Boko Haram tötet 15 Zivilisten im Niger

Angriff im Niger: Boko Haram tötet 15 Zivilisten

Im Südosten des Niger haben Mitglieder der nigerianischen Islamistengruppe Boko Haram mindestens 15 Zivilisten getötet. Vier weitere Menschen seien bei dem Angriff auf ein Dorf nahe der nigerianischen Grenze verletzt worden, berichtete der staatliche Fernsehsender Télé Sahel am Freitag. Demnach ereignete sich der Angriff bereits am Donnerstagabend. Etwa zehn mit Gewehren bewaffnete Angreifer seien zu Fuß in das Dorf gekommen, das am Grenzfluss Komadougou Yobé liegt.

Ein Behördenvertreter sagte dem Sender Télé Sahel, etwa 15 Menschen seien "exekutiert" worden, darunter vier Nigerianer. Die Angreifer hätten zudem 22 Häuser, ein Fahrzeug und eine Getreidemühle in Brand gesteckt. Unter den Todesopfern sei auch der Dorfvorsteher, berichtete der Radiosender Anfani. Die Tat ereignete sich am wichtigen muslimischen Feiertag Eid al-Adha, dem Opferfest.

In Nigeria, dem Heimatland von Boko Haram, sind Anschläge und Angriffe der Islamisten an der Tagesordnung. Im vergangenen Jahr weitete die Gruppierung ihre Angriffe auf die Nachbarländer Kamerun, Niger und Tschad aus. Seit Februar haben die Angriffe in der nigrischen Region Diffa deutlich zugenommen. Die Region grenzt an den Nordosten Nigerias, die Hochburg von Boko Haram.

  • Ursachen der großen Flucht

Die Gruppe kämpft seit sechs Jahren mit Gewalt für die Errichtung eines islamischen Staates im muslimisch geprägten Norden Nigerias. In dem Konflikt wurden nach Angaben der Vereinten Nationen mehr als 15.000 Menschen getötet.

(AFP)