Boko Haram: Nigerianische Armee wehrt den Angriff auf Maiduguri ab

Angriff auf Millionenstadt Maiduguri : Nigerianische Armee wehrt Angriff von Boko Haram ab

Zwei Wochen vor den Wahlen in Nigeria eskaliert die Gewalt im Nordosten des Landes wegen der anhaltenden Angriffe der Islamistengruppe Boko Haram. Bei Anschlägen in den Städten Gombe und Potiskum starben mindestens 14 Menschen.

Die nigerianische Armee konnte nach eigenen Angaben am Sonntag eine Attacke auf die Millionenstadt Maiduguri abwehren. Die Islamisten hatten Maiduguri, die Hauptstadt des Bundesstaats Borno, am Sonntagmorgen zum wiederholten Mal unter Beschuss genommen. Kämpfer von Boko Haram versuchten, von Süden her in die Stadt einzudringen. Nach Angaben von Augenzeugen lieferten sie sich Gefechte mit Soldaten. "Die ganze Stadt hat Angst", sagte der Bewohner Adam Krenuwa.

Der Armee gelang es nach eigenen Angaben aber, die Islamisten zurückzudrängen. Der Angriff sei unter Kontrolle, "die Terroristen haben massive Verluste erlitten", sagte ein Sprecher des nigerianischen Verteidigungsministeriums in der Hauptstadt Abuja. Nach stundenlangen Kämpfen sei die Lage "ruhig", es werde aber noch nach Boko-Haram-Kämpfern gefahndet.

Experten hatten mit einer neuen Offensive auf Maiduguri vor der Präsidentschafts- und Parlamentswahl in Nigeria am 14. Februar gerechnet. In der Stadt haben hunderttausende Menschen aus anderen Teilen Bornos Zuflucht vor Boko Haram gesucht. Die Einwohnerzahl soll sich in den vergangenen Monaten auf mehr als zwei Millionen verdoppelt haben. Eine Einnahme Maiduguris durch Boko Haram würde wahrscheinlich eine humanitäre Katastrophe auslösen.

Boko Haram kontrolliert Schätzungen zufolge bereits mindestens die Hälfte von Borno sowie Gebiete in den benachbarten Bundesstaaten Adamawa und Yobe.

Etwa 300 Kilometer von Maiduguri entfernt starben bei mehreren Anschlägen mindestens 14 Menschen. In der Stadt Gombe sprengte sich ein Selbstmordattentäter an einem militärischen Kontrollpunkt auf einem Motorrad in die Luft, wie ein Zeuge sowie Armeevertreter berichteten. Ein Soldat und zwei weitere Menschen wurden getötet. Bei einem weiteren Anschlag auf einen Markt in Gombe wurden zwei Menschen getötet. In der Stadt Potiskum riss ein Selbstmordattentäter bei einem Anschlag auf eine Versammlung im Haus eines Politikers mindestens sieben Menschen mit in den Tod.

In ihrem Kampf für einen islamischen Staat im mehrheitlich muslimischen Norden Nigerias tötete Boko Haram seit dem Jahr 2009 rund 13.000 Menschen bei Anschlägen und Angriffen auf Polizei, Armee, Kirchen und Schulen. Die Kämpfer zerstörten ganze Dörfer. In jüngster Zeit dehnte die Gruppierung ihre Angriffe auch auf Kamerun aus, wo Soldaten aus dem Tschad den Kampf gegen die Islamisten unterstützen.

Mehrere Staaten der Region wollen sich im Kampf gegen Boko Haram nun an einer 7500 Mann starken Eingreiftruppe der Afrikanischen Union (AU) beteiligen. Militärexperten wollen kommende Woche in der kamerunischen Hauptstadt Jaunde über Einzelheiten beraten.

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(AFP)