Bürgerkrieg in Syrien: BND sieht System Assad im "Rückwärtsgang"

Bürgerkrieg in Syrien : BND sieht System Assad im "Rückwärtsgang"

Die Tage von Baschar al-Assad als syrischer Staatschef sind nach Ansicht von BND-Präsident Gerhard Schindler gezählt. "Für uns steht fest: das Regime Assad wird am Ende verlieren."

"Das System Assad ist im Rückwärtsgang, dafür sprechen die Anzeichen", sagte der Chef des Bundesnachrichtendienstes im am Sonntag ausgestrahlten Interview der Woche des Deutschlandfunks. Es sei aber "nicht seriös, jetzt ein Datum zu nennen oder einen Zeitraum wie beispielsweise drei Monate, sechs Monate oder ein Jahr".

Der BND-Chef äußerte sich jedoch auch besorgt über die Zeit nach Assad, da es "bei der Opposition keine Einigung, keine übergreifende Strategie" gebe. Wenn sich dies nicht ändere, sei zu befürchten, "dass so eine Art 'Irakisierung' kommt, also zu einer Zersplitterung in verschiedene Gruppierungen". Nach Einschätzung des BND verfügen die Aufständischen derzeit über insgesamt rund 100.000 Kämpfer. Eine Gefahr, dass die radikal-islamistische Al-Nusra-Front in Syrien an die Macht kommt, hält Schindler "im Moment nicht für groß".

Zu der Möglichkeit, dass die syrischen Chemiewaffen zum Einsatz kommen oder in die falschen Hände geraten, sagte Schindler im Deutschlandfunk, heute seien sie sicher gelagert und es gebe "keine Anzeichen dafür, dass das Regime gewillt ist, die Chemiewaffen einzusetzen". Es stelle sich aber die Frage, was geschehe, wenn Assads System zusammenbreche. Der BND trage dazu bei, in dieser Angelegenheit "ein gutes Lagebild" zu erhalten, um für dieses Problem eine Lösung zu finden.

(AFP/felt)