Blutbad von Florida: Donald Trump vermeidet Debatte über schärferes Waffenrecht

Blutbad in Florida: Donald Trump vermeidet Debatte über schärferes Waffenrecht

Nach dem Blutbad in Florida verspricht US-Präsident Trump mehr Sicherheit an den Schulen. Über das Waffenrecht in den USA spricht er nicht. Sein Vorgänger aber. "Wir sind nicht machtlos", sagt Obama.

Kinder müssten das Signal bekommen, dass sie nie allein seien, sagte US-Präsident Donald Trump am Donnerstag im Weißen Haus. Es müsse in den USA auch ein Klima geschaffen werden, in dem die Würde des Lebens hochgehalten werde. Schärfere Waffengesetze, die die oppositionellen Demokraten fordern, erwähnte er nicht.

Der Vorsitzende des Repräsentantenhauses, der Republikaner Paul Ryan, sagte dagegen, sollte es Gesetzeslücken geben, die psychisch Kranken Waffenkäufe ermöglichten, müssten diese geschlossen werden. Der Kongress hatte im vergangenen Jahr eine Regelung gestrichen, die für psychisch beeinträchtigte Waffenkäufer erweiterte Überprüfungen vorsah. Die Republikaner argumentierten damals, die Vorschrift beschneide die Waffenbesitzrechte von psychisch Kranken.

Ein 19-jähriger Mann soll am Mittwoch an der Marjory Stoneman Douglas Highschool in Parkland mit einem Schnellfeuergewehr das Feuer eröffnet und 17 Menschen getötet haben. Unter den Opfern sind Schüler und Erwachsene. Der Tatverdächtige, der aus disziplinarischen Gründen der Schule verwiesen worden war, wurde nach der Bluttat in der nahegelegenen Stadt Coral Springs festgenommen. Gegen ihn wird wegen Mordes in 17 Fällen ermittelt.

US-Präsident Trump ordnete eine landesweite Trauerbeflaggung an und kündigte einen Besuch an der Highschool an. "Unsere ganze Nation betet mit schwerem Herzen für die Opfer und ihre Familien", sagte er in einer Fernsehansprache. Er wolle die Sicherheit "unserer Schulen und unserer Kinder" verstärken und sich des "schwierigen Problems der psychischen Gesundheit" annehmen. Nähere Angaben machte er zunächst nicht. Vorher hatte Trump den Schützen von Florida als "psychisch gestört" bezeichnet.

"Wir sind nicht machtlos", sagte dagegen sein Vorgänger Barack Obama und warb für ein "vernünftiges" Waffenrecht. In seiner Amtszeit hatte sich der Demokrat vergeblich für eine Verschärfung des Waffenrechts eingesetzt. In den USA kommt es immer wieder zu blutigen Attacken mit Schusswaffen. Als Konsequenz wird regelmäßig der Ruf nach strikteren Waffengesetzen laut. Trump und viele andere Republikaner sind allerdings dagegen.

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Die Schießerei in Parkland war eine der blutigsten der vergangenen 25 Jahre. Es handelt sich zudem nach Angaben der Aktivistenorganisation Everytown for Gun Safety um den 18. Schusswaffenvorfall an US-Schulen seit Jahresanfang. Allerdings gingen die meisten Vorfälle glimpflich aus und sind nicht mit dem Blutbad von Parkland zu vergleichen.

In der Highschool hatten sich am Mittwoch dramatische Szenen abgespeilt. Verängstigte Schüler und Lehrer, die den Valentinstag gefeiert hatten, verbarrikadierten sich in Schultoiletten oder Schränken oder versteckten sich unter Tischen. Mit ihren Smartphones riefen sie in Kurzmitteilungen um Hilfe. Fernsehbilder zeigten Schüler, die von schwer bewaffneten Polizisten aus der Schule geleitet wurden. Zu sehen waren auch ein gepanzertes Fahrzeug mit Sondereinsatzkräften und Polizisten mit Helmen und kugelsicheren Westen sowie mit Schnellfeuerwaffen, die rund um die Schule postiert waren.

"Dies ist ein schrecklicher Tag für Parkland", sagte der Sheriff der rund 80 Kilometer nördlich von Miami gelegenen 30.000-Einwohnerstadt, Scott Israel. Am Tatort habe sich ein "Bild des Grauens" geboten. Medienberichte, wonach der Schütze den Feueralarm auslöste, bevor er das Feuer eröffnete, konnte der Sheriff nicht bestätigten.

Der Mathematiklehrer Jim Gard sagte der Zeitung "Miami Herald", der Tatverdächtige sei zuvor als mögliche Gefahr für seine Mitschüler bezeichnet worden. "Im vergangenen Jahr wurden wir darüber informiert, dass er das Schulgelände nicht mit einem Rücksack betreten durfte." Er habe Schüler bedroht. Ein Mitschüler, der nicht namentlich genannt wurde, sagte dem Lokalsender WSVN-7, der mutmaßliche Schütze sei "problematisch" gewesen und habe viel über Waffen gesprochen.

(wer)