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1967 Unabhängigkeit von Nigeria erklärt: Biafra-Führer Ojukwu ist tot

1967 Unabhängigkeit von Nigeria erklärt : Biafra-Führer Ojukwu ist tot

Der nigerianische Politiker Chukwuemeka Odumegwu Ojukwu, der einst die Unabhängigkeit der Region Biafra ausrief, ist im Alter von 78 Jahren gestorben. Ojukwu erlag am Samstag in einem Londoner Krankenhaus einer langer Krankheit als Folge eines Schlaganfalls.

Der Millionärssohn wurde nach dem Studium in Oxford und dem Besuch einer englischen Militärakademie 1966 Militärgouverneur im von Angehörigen des Ibo-Volkes dominierten Südosten Nigerias.

Als Reaktion auf einen letztlich gescheiterten Putsch unter Führung von Ibo-Offizieren, bei dem Ministerpräsident Abubakar Tafawa Balewa getötet wurde, kam es in jenem Jahr zu Pogromen gegen Ibo im Norden Nigerias. Ojukwu erklärte daraufhin 1967 die Heimatregion der Ibo für unabhängig und rief die Republik Biafra aus.

Es folgten fast drei Jahre Bürgerkrieg mit rund einer Million Toten und schockierenden Bildern hungernder Menschen, bevor Biafra zum Aufgeben gezwungen war. Ojukwu ging für knapp 13 Jahre ins Exil. 1982 kehrte er nach einer Amnestie nach Nigeria zurück und wurde wieder politisch aktiv. 2003 kandidierte er erfolglos für die Präsidentschaft.

Der nigerianische Präsident Goodluck Jonathan würdigte Ojukwu am Samstag für seinen Einsatz zur Aussöhnung nach dem Bürgerkrieg. Ojukwu habe sich als mutiger, gebildeter und charismatischer Führer erwiesen.

(APD)