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Zeugin zu Bunga-Bunga-Partys: "Berlusconi sprach nur über Politik"

Zeugin zu Bunga-Bunga-Partys : "Berlusconi sprach nur über Politik"

Die "Bunga-Bunga"-Partys des früheren italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi sollen nach Aussage einer Zeugin harmlos gewesen sein. "Szenen sexueller Natur oder Stripteases habe ich nie gesehen", sagte die 22 Jahre alte Studentin am Montag in dem Sex-Prozess gegen den 76-Jährigen in Mailand.

Auch habe sie nie erlebt, dass Berlusconi intime Körperteile berührt habe. Stattdessen habe der damalige Regierungschef sich in der Villa Arcore bei Mailand mit seinen Gästen gerne über Politik unterhalten, ergänzte die junge Frau, die nach eigenen Angaben von Berlusconi mit rund 2500 Euro im Monat unterhalten wurde.

Sie sei zu etwa 15 dieser Partys eingeladen gewesen. "Üblicherweise sprach er zunächst über aktuelle Themen, Wirtschaft und Fußball", sagte die 22-Jährige. "Danach fragte er die Girls nach ihrer Meinung zu bestimmten politischen Fragen oder zu der Wirtschaftskrise."

Eine andere Zeugin, die aus der TV-Sendung "Big Brother" in Italien bekannt ist, sagte aus, sie habe junge Frauen in der Villa Schlange stehen sehen, um Geld zu erhalten. Sie selbst habe über Berlusconis Medienkonzern Mediaset einen 50 000 Euro schweren Jahresvertrag gehabt, fügte die 31-Jährige hinzu.

In dem Verfahren wird Berlusconi illegaler Sex mit noch nicht volljährigen Prostituierten sowie Amtsmissbrauch vorgeworfen. Der 76-Jährige bestreitet die Beschuldigungen. Am 10. Dezember soll das marokkanische Partygirl Ruby als Zeugin der Verteidigung aussagen. Die junge Frau steht im Mittelpunkt des Mailänder Sex-Prozesses.

(dpa)