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66 Prozent Wahlbeteiligung: Berlusconi mit Mutter in Wahlkabine

66 Prozent Wahlbeteiligung : Berlusconi mit Mutter in Wahlkabine

Mailand (rpo). Silvio Berlusconi geht offenbar gern auf Nummer sicher: Der italienische Ministerpräsident begleitete seine Mutter nicht nur ins Wahllokal, sondern vorsichtshalber auch gleich in die Wahlkabine. Dort zeigte er der 95-Jährigen, wo sie ihr Kreuz zu machen hatte. Am Sonntag gaben neben Berlusconi und seiner Mutter rund 66 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimmen ab.

In der Wahlkabine stützte Berlusconi seine Mutter und erklärte ihr, wie sie den Stimmzettel ausfüllen soll: "Du machst ein Kreuz bei Forza Italia", sagte der 69-Jährige.

Als der Wahlbeobachter ihn ermahnte: "Hören Sie, das können Sie nicht machen, Herr Ministerpräsident!", entgegnete Berlusconi ungläubig: "Nicht mal mit meiner Mutter?". Er repräsentiere wirklich ein kleinliches Italien, warf er dem Anhänger seines Rivalen Romano Prodi vor, der sich dagegen verwahrte. Zum Abschied bot Berlusconi dem Mann dann aber noch einen versöhnlichen Händedruck.

Wahlbeteiligung am Sonntag bei 66 Prozent

Am ersten Tag der Parlamentswahl in Italien haben zwei Drittel der Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben. Bis zur Schließung der Wahllokale am Sonntagabend um 22.00 Uhr hätten 66,5 Prozent der 47 Millionen Berechtigten von ihrem Wahlrecht Gebrauch gemacht, teilte das Innenministerium in Rom mit. Besonders stark sei die Beteiligung im Norden mit 71,5 Prozent gewesen. In den zentralitalienischen Regionen hätten 69,2 Prozent der Berechtigten ihre Stimme abgegeben, im Süden lediglich 59,6 Prozent.

Am Montag können die Wähler noch bis 15.00 Uhr ihre Stimme abgeben, dann werden die Wahllokale geschlossen. Bei der Wahl vor fünf Jahren hatte die Beteiligung bei 81,4 Prozent gelegen. Damals waren die Wahllokale nur einen Tag lang geöffnet.

Die Italiener entscheiden mit ihrer Stimme, ob sie weiter von der rechtskonservativen Koalition unter Ministerpräsident Silvio Berlusconi regiert werden wollen, oder künftig vom Mitte-links-Bündnis des früheren EU-Kommissionspräsidenten Romano Prodi.

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(afp2)