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Berichte von radioaktiver Strahlung nach Explosion in Russland

Zwei Tote nach Waffentest auf Militärstützpunkt : Berichte von „kurzzeitigem Anstieg“ von Radioaktivität nach Explosion in Russland

Bei einer Explosion während eines Waffentests auf einem Militärstützpunkt im Norden Russlands sind zwei Menschen ums Leben gekommen. „Kurzzeitig“ sei zudem ein Anstieg der Radioaktivität gemessen worden.

Sechs weitere Menschen seien bei dem Vorfall verletzt worden, teilte das russische Verteidigungsministerium am Donnerstag mit. Im Umfeld des Stützpunktes wurde nach Angaben der Stadtverwaltung von Sewerodwinsk "kurzzeitig" ein Anstieg der Radioaktivität gemessen. Das Verteidigungsministerium erklärte, die Werte seien "normal" und nicht schädlich.

Durch die Explosion eines Düsentriebwerks war nach Angaben des Verteidigungsministeriums ein Feuer ausgebrochen. Die Zeitung "Wedomosti" berichtete, es habe sich dabei um den Antrieb für eine Rakete gehandelt, die von der russischen Marine eingesetzt werde. Der Militärstützpunkt gilt als Testgelände unter anderem für ballistische Raketen, die bei Einsätzen mit Kriegsschiffen oder U-Booten genutzt werden.

Alle staatlichen Einrichtungen der rund 30 Kilometer entfernten Stadt Sewerodwinsk erhielten nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Interfax eine automatisch generierte Warnung. Die Mitarbeiter sollten nicht nach draußen gehen und die Fenster geschlossen halten, da die Werte der radioaktiven Strahlung erhöht seien. Der Verkehr von nicht-militärischen Schiffen in der nahegelegenen Bucht Dwina wurde nach Angaben der zuständigen Hafenbehörde bis zum 10. September verboten.

Es ist bereits der zweite Unfall beim russischen Militär innerhalb einer Woche. Am Montag war in einem Munitionslager in Sibirien ein Feuer ausgebrochen und hatte zu gewaltigen Explosionen geführt. Mindestens ein Mensch starb, acht weitere wurden verletzt. Tausende Anwohner mussten ihre Häuser verlassen.

(lukra/Reuters/AFP/anst)