Konflikt in Berg-Karabach Außenminister Armeniens und Aserbaidschans zu Gesprächen in Moskau erwartet

Moskau · Vor dem Hintergrund wachsender Spannungen um die Grenzregion Berg-Karabach werden die Außenminister von Aserbaidschan und Armenien am Freitag zu Friedensgesprächen in Moskau erwartet.

Ein Mann steht in der Nähe seines brennenden Autos, das beim Aufstieg entlang der Straße zu einem Bergpass nahe der Grenze zwischen Berg-Karabach und Armenien in Brand geraten ist. (Archivbild).

Ein Mann steht in der Nähe seines brennenden Autos, das beim Aufstieg entlang der Straße zu einem Bergpass nahe der Grenze zwischen Berg-Karabach und Armenien in Brand geraten ist. (Archivbild).

Foto: dpa/---

Der armenische Chefdiplomat Ararat Mirsojan und sein aserbaidschanischer Kollege Dscheihun Bajramow würden zu „einem Dreiertreffen“ mit dem russischen Außenminister Sergej Lawrow und „separaten bilateralen Gesprächen“ empfangen, teilte die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, am Mittwoch mit. Erst am vergangenen Sonntag hatten sich der armenische Regierungschef Nikol Paschinjan und der aserbaidschanische Präsident Ilham Alijew unter EU-Vermittlung zu Gesprächen in Brüssel getroffen.

In Moskau soll es beim Zweiertreffen Mirsojans und Bajramows Außenamtssprecherin Sacharowa zufolge um den Entwurf eines Friedensvertrags gehen. Die beiden Kaukasusrepubliken lieferten sich bereits zwei Kriege um die Grenzregion Berg-Karabach. Nach den jüngsten Kämpfen im Jahr 2020 hatte Russland ein Waffenstillstandsabkommen vermittelt, das Armenien zur Aufgabe großer Gebiete zwang.

Zuletzt hatte sich Eriwan jedoch zunehmend frustriert über die aus seiner Sicht unzureichenden Bemühungen Moskaus geäußert, Armenien gegen die militärische Bedrohung durch Aserbaidschan zu schützen. Moskau ist derzeit stark in die Offensive in der Ukraine involviert und will zudem seine Beziehungen zu der Türkei - Aserbaidschans wichtigstem Verbündeten - nicht belasten.

Vor diesem Hintergrund hatten die USA und die EU zuletzt vermehrt die Initiative bei der Vermittlung übernommen. Moskau betrachtet diese Bemühungen mit Argwohn, da es die Kaukasusregion als russisches Einflussgebiet sieht.

Am vergangenen Sonntag hatten sich der armenische Regierungschef Paschinjan und der aserbaidschanische Präsident Alijew in Brüssel zu Gesprächen unter Vermittlung von EU-Ratspräsident Charles Michel getroffen. Für 1. Juni ist ein weiteres Gespräch der beiden unter Beteiligung von Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) und dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron geplant.

(PS/AFP)
Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
Aus dem Ressort