Benjamin Netanjahu beschuldigt Hamas der Entführung von Jugendlichen

Palästinensischer Parlamentspräsident verhaftet : Netanjahu: Hamas hat Jugendliche entführt

Immer noch suchen Soldaten im Westjordanland nach drei verschwundenen Jugendlichen. Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu wirft der radikalislamischen Palästinenserorganisation Hamas deren Entführung vor. Bislang hat sich keine Palästinensergruppe zu einer Entführung bekannt.

Israel hat wegen der Entführung dreier israelischer Jugendlicher den Präsidenten des palästinensischen Parlaments festgenommen. Asis Dweik, der der radikalislamischen Hamas angehört, wurde nach Angaben einer Armeesprecherin in der Nacht zum Montag zusammen mit 40 weiteren Verdächtigen festgenommen.

Derweil haben israelische Soldaten bei Auseinandersetzungen mit palästinensischen Demonstranten im Westjordanland nach Angaben von Medizinern und Augenzeugen einen 20-jährigen Palästinenser erschossen. Ein weiterer junger Mann habe bei den Zusammenstößen in Ramallah am frühen Montagmorgen schwere Verletzungen durch Schüsse in den Rücken erlitten, hieß es weiter. Die israelische Armee hat das Westjordanland abgeriegelt.

Israels Armee nahm als Reaktion auf das Verschwinden der Jugendlichen rund 80 Palästinenser im Westjordanland fest, unter ihnen zahlreiche Hamas-Mitglieder. Wie Vertreter der palästinensischen Sicherheitsbehörden mitteilten, wurde am frühen Montagmorgen auch Parlamentssprecher Asis Dweik in Gewahrsam genommen. Dieser ist zugleich ein hochrangiger Hamas-Vertreter.

Das Verschwinden der Jugendlichen weckt in Israel schmerzhafte Erinnerungen an frühere Entführungen, wie etwa des Soldaten Gilad Schalit im Juni 2006. Er war von militanten Palästinensern unter Hamas-Kommando in den Gazastreifen verschleppt worden und erst fünf Jahre später im Rahmen eines Gefangenenaustauschs freigekommen.

(dpa)
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