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Beirut: Heiko Maas warnt vor einer Destabilisierung des Libanon

Bundesaußenminister sieht „hohes Risiko“ : Maas warnt vor Destabilisierung des Libanon

Der Bundesaußenminister warnt vor Akteuren, die die instabile Lage des Landes nach der Katastrophe weiter ausnützen könnten. Im Libanon treffen unterdessen Rettungsteams aus zahlreichen Ländern ein.

Bundesaußenminister Heiko Maas hat angesichts der Explosionskatastrophe von Beirut vor einer weiteren Destabilisierung des Libanon gewarnt. Der SPD-Politiker sagte der „Saarbrücker Zeitung“: „Wir wollen den Libanon stärken, denn diese Krise darf nicht genutzt werden, um ausländischem Einfluss in Libanon Tür und Tor zu öffnen.“

Es gebe in dem Land bereits nichtstaatliche, aus dem Ausland
finanzierte Akteure wie Hisbollah, die ein entstehendes Vakuum
nutzen könnten. „Die Katastrophe birgt das hohe Risiko, Libanon weiter zu destabilisieren.“

Erste Überlegungen für eine zeitnahe internationale Geberkonferenz seien daher sinnvoll, sagte Maas. Der Minister betonte: „Kein Land kann so eine Katastrophe alleine bewältigen.“ International und in der EU müsse daher überlegt werden, „wie wir unsere weitere Hilfe aufstellen: bei der Versorgung mit Nahrung und Notunterkünften und beim Wiederaufbau von Hafen und Stadt“.

Bei der Explosion in Beirut waren am Dienstag 137 Menschen getötet und Tausende verletzt worden. Explodiert waren nach den Behördenangaben 2750 Tonnen Ammoniumnitrat, das jahrelang ohne die nötigen Sicherheitsvorkehrungen in einer Lagerhalle am Hafen untergebracht gewesen war.

Die Katastrophe trifft ein Land, das schon am Boden liegt. Der Libanon steckt in der schlimmsten Wirtschaftskrise seit dem Bürgerkrieg von 1975 bis 1990. Die Hälfte der Bevölkerung lebt unter der Armutsgrenze, mehr als jeder Dritte ist arbeitslos. Zahlreiche Ländern haben bereits Hilfszusagen gemacht und Expertenteams in den Libanon geschickt. Die Bundesregierung stellte in einem ersten Schritt dem Roten Kreuz eine Million Euro für Soforthilfe zur Verfügung. Auch in NRW bereiten sich Helfer auf einen Einsatz in Beirut vor

(juju/dpa/AFP)