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Republikaner wütend über Wahlkampfmethoden: Bei Romney liegen die Nerven blank

Republikaner wütend über Wahlkampfmethoden : Bei Romney liegen die Nerven blank

Der Wahlkampf in den USA wird rauer. Mit Werbespots und Attacken versuchen sich Republikaner und Demokraten gegenseitig die Wähler zu stehlen. Wirklich neu ist das nicht. Auch bei vergangenen Wahlen kämpften die Kandidaten mit harten Bandagen. Doch einen stört das gewaltig: Obama-Herausforderer Mitt Romney.

Das Wochenende lief nicht gerade ideal für den Präsidentschaftskandidaten der US-Republikaner. Monatelang hatte Mitt Romney darum gekämpft, die Nummer eins zu werden. Aber nun verhagelt ihm ausgerechnet ein Tropensturm die ersehnte Krönungsmesse. Denn die wurde wegen "Isaac" verschoben. Doch Romney hat auch noch ganz andere Probleme.

Denn zuletzt hatte ein Wahlvideo einer unabhängigen Organisation für Unmut gesorgt — bis in die Schweiz. In dem Streifen tanzt eine junge Frau im Dirndl um einen Mann, der den republikanischen Spitzenkandidaten Mitt Romney darstellen soll. Sie singt zu den Tönen des 90er-Jahre-Pop-Hits "I'm a Barbie Girl" und bezieht sich dabei auf Vorwürfe, nach denen der Multimillionär Teile seines Reichtums in Schweizer Banken gebunkert haben soll.

Romney: "Fehlgeleitete" Attacken

Das Team Obama dürfte sich über diesen Spot gefreut haben. Zumal dort selbst schon Wahlvideos erstellt wurden, in denen Romney hart angegangen wurde — etwa mit Stahlarbeitern, in denen der Republikaner als gierige Heuschrecke dargestellt wurde. Romney aber geht das alles inzwischen ein Stück zu weit.

Er habe zwar "viele Schwächen", die zuletzt gegen seine Person geführten Attacken seien aber "fehlgeleitet" und "unehrlich", sagte er in einem am späten Sonntagabend veröffentlichten Interview mit der Zeitung "USA Today". "Das hat mich überrascht. Ich dachte, sie würden mich wegen Dingen verfolgen, die stimmen, die ich falsch gemacht habe. Aber stattdessen sind es absurde Sachen."

Der frühere Finanzinvestor Romney nannte als Beispiel die Behauptung des demokratischen Mehrheitsführers im Senat, Harry Reid, dass er in den vergangenen zehn Jahren keine Steuern gezahlt habe. Außerdem verwies er auf US-Vizepräsident Joe Biden, der auf einer Wahlkampfveranstaltung gewarnt hatte, dass ein Sieg der Republikaner dazu führen könne, dass Menschen wieder "in Ketten" gelegt würden - und das ausgerechnet im Ex-Sklavenhalter-Staat Virginia.

"Das Weiße Haus sinkt immer tiefer und tiefer und tiefer", sagte Romney. "Die Menschen in Amerika wissen, dass das eine wichtige Wahl ist, und sie verdienen Besseres."

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Anti-Obama-Film wird zum Kassenschlager

Es scheint, als liegen die Nerven blank bei dem US-Republikaner. Denn Umfragen zufolge zeichnet sich bei der Präsidentschaftswahl ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen ihm und dem amtierenden Präsidenten Barack Obama ab. Und zuletzt hatten die Äußerungen des konservativen Senatskandidaten Todd Akin zu Abtreibung und Vergewaltigung alles andere als dazu geführt, dass sich dies zugunsten von Romney ändert.

Bei seinem Parteitag in Tampa kommt es nun vor allem darauf an, die Begeisterung in der eigenen Basis für ihn zu entfachen. Und immerhin kann sich Romney mit einer Sache trösten: Derzeit hat es eine Anti-Obama-Dokumentation bis in die Top Ten der amerikanischen Kino-Charts geschafft.

Der Film "2016: Obama's America", der am vergangenen Wochenende landesweit in die Kinos kam, spielte bereits 6,2 Millionen Dollar ein und erreichte damit Platz 8 der Bestenliste, die von Sylvester Stallones "The Expendables 2" mit 18,5 Millionen Dollar angeführt wurde.

mit Agenturmaterial

(das)