1. Politik
  2. Ausland

Behörden belassen offenbar doch Tausende Haitianer in den USA

Migranten unter Brücke : Behörden belassen offenbar doch Tausende Haitianer in den USA

Über Wochen kamen viele Menschen aus Haiti in einem Lager unter einer Brücke einer texanischen Grenzstadt an. Zuletzt wurden Migranten von berittenen Beamten zusammengetrieben, die Bilder sorgten im Weißen Haus für Kritik. Nun will die USA Tausende Haitianer wohl ziehen lassen.

Behörden in den USA haben Tausende Haitianer ziehen lassen, die in der texanischen Grenzstadt Del Rio (etwa 34 000 Einwohner) unter einer Brücke kampiert hatten. Vielen von ihnen hätten Anweisungen bekommen, sich binnen 60 Tagen bei den Einwanderungsbehörden zu melden, sagte ein Beamter am Dienstag (Ortszeit). Ein weiterer Beamter sagte, viele Haitianer würden nicht, wie am Sonntag angekündigt, in ihre Heimat ausgeflogen, sondern nach dem Einwanderungsgesetz behandelt. Eine genaue Zahl nannte er nicht.

Unter der Brücke hatten Zuwanderer ein provisorisches Lager errichtet, in dem sich am Wochenende mehr als 14 000 Menschen aufhielten. Heimatschutzminister Alejandro Mayorkas kündigte am Montag ein hartes Vorgehen an. „Wenn Sie illegal in die USA kommen, werden Sie zurückgeschickt. Ihre Reise wird keinen Erfolg haben und Sie werden Ihr Leben und das ihrer Familie gefährden“, sagte er. Bereits seit Sonntag starten Abschiebeflüge. Für Mittwoch waren sieben Flüge geplant.

Die Behörden versuchten auch, die Menschen mit Bussen abzutransportieren, fanden jedoch nach Angaben der beiden Beamten nicht genügend Busunternehmen. Schließlich wurden Haitianer mit Flugzeugen der Küstenwache von Del Dio nach El Paso gebracht.

Dass Menschen aus dem Lager jetzt offenbar in großer Zahl vorerst doch in den USA bleiben sollen, widerspricht der von Mayorkas angekündigten harten Linie. Unklar blieb, nach welchen Kriterien diejenigen ausgewählt werden, die nach Haiti abgeschoben werden. Das Heimatschutzministerium reagierte zunächst nicht auf Anfragen. Zwei Beamte sagten, in erster Linie würden alleinstehende Erwachsene abgeschoben.

(ala/dpa)