Barcelona: Tausende demonstrieren gegen Unabhängigkeit Kataloniens

Proteste in Barcelona: Hunderttausende gegen Unabhängigkeit Kataloniens

„Katalonien und Spanien gehören zusammen“: Spanier demonstrieren für Einheit

An der Großdemonstration in Barcelona gegen eine Unabhängigkeit Kataloniens von Spanien haben mehrere hunderttausend Menschen teilgenommen. Sie fordern eine Rückkehr zur Vernunft in der hitzigen Diskussion um die Loslösung von Spanien.

Die Polizei schätzte die Zahl der Kundgebungsteilnehmer am Sonntagnachmittag auf 350.000. Der Literaturnobelpreisträger Mario Vargas Llosa sagte in einer Rede, die spanische Demokratie werde jeder "Unabhängigkeitsverschwörung" standhalten.

Teilweise in spanische Flaggen gehüllt gingen die Demonstranten am Sonntag in der katalanischen Regionalhauptstadt auf die Straße. Auf dem zentralen Urquinaona-Platz sangen die Menschen "Viva España" und schwenkten rot-gelbe Fahnen.

Zu der Kundgebung aufgerufen hatte ein Kollektiv gegen die Unabhängigkeitsbestrebungen unter dem Motto "Es reicht! Lasst uns zur Vernunft zurückkehren". Die Teilnehmer des Protestes sehen sich als Angehörige einer schweigenden Mehrheit.

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"Wir haben vielleicht zu lange geschwiegen", sagte einer der Demonstranten, Alejandro Marcos, der Nachrichtenagentur AFP. Einige Demonstranten forderten auch die Inhaftierung des katalanischen Regierungschefs Carles Puigdemont. "Die Einheit Spaniens steht nicht zur Wahl - sie muss verteidigt werden", hieß es auf einem Schild der Demonstranten. Bereits am Samstag hatten zehntausende Menschen landesweit für die Einheit Spaniens demonstriert.

Das katalanische Regionalparlament könnte am Dienstag die Unabhängigkeit von Spanien ausrufen. Bei einem am vergangenen Sonntag abgehaltenen Unabhängigkeitsreferendum hatten 90 Prozent der Teilnehmer für eine Abspaltung von Spanien gestimmt, die Wahlbeteiligung lag bei nur 43 Prozent. Die spanische Zentralregierung hatte mit einem großen Polizeiaufgebot versucht, das vom Verfassungsgericht für rechtswidrig erklärte Referendum in Katalonien zu verhindern. Hunderte Menschen wurden verletzt.

(jco/AFP)