Barack Obama kritisiert Trump nach Bluttaten in Dayton und El Paso.

Donald Trumps Sprache : Die Wurzel des Untergangs

Während Donald Trump nach den Bluttaten in Dayton und El Paso ein paar Tweets absetzte und dann angeblich wieder Golf spielte, schrieb sein Vorgänger an einer Erklärung. Es wurde ein Appell, der schärfer und berührender nicht sein könnte.

Barack Obama nennt Trump darin nicht namentlich, aber jeder weiß, dass er ihn meint. Obama ruft zum Nein gegen eine Sprache auf, „die aus den Mündern unserer Anführer kommt und ein Klima aus Angst und Hass schürt oder rassistische Vorurteile normalisiert“. Und dann zieht er Parallelen, die einen schaudern lassen. Eine solche Sprache sei nicht neu, sagt er. Sie sei auch die Wurzel für die Sklaverei, den Holocaust, den Genozid in Ruanda gewesen. Deutlicher kann ein Amtsvorgänger die Bürger nicht versuchen aufzurütteln.

Trump hat auch eine Erklärung zu dem offenbar rassistisch motivierten Schusswaffenangriff in Texas und dem Überfall in Ohio abgegeben. Bisher hat er so viel zerstört, irritiert, gehetzt und polarisiert, dass man von seiner diesmal ruhigen Tonlage und mancher Formulierung überrascht war. Die USA müssten die Ideologie weißer Vorherrschaft „verurteilen“, forderte er in einer Rede an die Nation. Man erinnere sich an den erbärmlichen Moment im Weißen Haus, als Trump neulich, selbst sitzend, die schräg hinter ihm stehende Jesidin Nadia Murad allen Ernstes fragte, warum sie denn den Friedensnobelpreis – den er so gerne hätte - bekommen habe. Und als sie begann zu erzählen, dass ihre Mutter und mehrere Geschwister ermordet wurden, fragte Trump, wo sie heute seien. Murad musste wiederholen: Sie sind tot.

Was meint dieser Mann mit Ideologie der weißen Vorherrschaft? Die Schützen müssten „schnell, entschlossen und ohne jahrelange unnötige Verzögerung“ hingerichtet werden, fordert Trump. Zugleich nennt er die Täter psychisch krank, womit er wiederum die Waffenlobby entlastet. Seiner Ansicht nach sind nicht die Waffen das Übel, sondern eben die Psychopathen, die die Gewehre zum Totschießen von Frauen, Männern, Kindern missbrauchten. Und solch kranke Menschen richtet man laut Trump am besten schnell hin.

Gegner Trumps erzählen inzwischen von einer neuen Regel in der Erziehung ihrer Kinder: Verhalte Dich nicht so wie der Präsident.

Massaker gab es auch in Obamas Amtszeit. Er hat mit den Angehörigen der Opfer gebetet, geweint und gesungen. Er war da. Er spielte nicht Golf. Was eine Nation nach solchen Taten wie in Texas und Ohio braucht ist einen Anführer, dessen Sprache von Trost, Zuversicht und Zusammenhalt zeugt. Trumps Sprache ist das nicht.