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Start des Klimagipfels in New York: Ban: "Die Zeit für Zweifel ist abgelaufen"

Start des Klimagipfels in New York : Ban: "Die Zeit für Zweifel ist abgelaufen"

New York (RPO). UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hat die Weltgemeinschaft eindringlich zum schnellen Handeln gegen den Klimawandel gemahnt. "Die Zeit für Zweifel ist abgelaufen", sagte er zur Eröffnung einer Klimakonferenz mit 150 Teilnehmerstaaten in New York.

Es sei nun ein Durchbruch in den internationalen Verhandlungen über die Reduzierung von Treibhausgasen notwendig.

Bei der Konferenz wollte auch Bundeskanzlerin Angela Merkel das Wort ergreifen. Die CDU-Politikerin brach am Vormittag nach New York auf. Insgesamt standen rund 70 Staats- und Regierungschefs auf der Teilnehmerliste. Noch nie zuvor hat eine so hochkarätig besetzte Konferenz zum Klimaschutz stattgefunden.

"Der UN-Klimaprozess ist das angemessene Forum für Verhandlungen über ein globales Vorgehen", sagte Ban in seiner Rede. Damit warnte er indirekt vor Alleingängen, etwa der Vereinigten Staaten. US-Präsident George W. Bush nahm nicht an der New Yorker Konferenz teil, hat aber für Donnerstag und Freitag die 16 größten Verschmutzerstaaten und die EU nach Washington eingeladen. Kritiker sehen darin den Versuch, parallel zur UN einen zweiten Klimaprozess in die Wege zu leiten.

Merkel 30 Stunden in New York

Merkel wurde am Nachmittag (Ortszeit) in New York erwartet. Während ihres 30-stündigen Aufenthalts wollte sie auch mehrere bilaterale Gespräche führen und am Dienstag in der Eröffnungssitzung der UN-Vollversammlung sprechen. Der Klimaschutz wird ein Schwerpunkt ihrer Rede sein. "New York und die UN sind genau der richtige Ort, um diese Dinge zu diskutieren", hatte Merkel am Wochenende gesagt.

Die Bundesregierung dämpfte aber die Erwartung, dass die US-Regierung, die bislang verbindliche Minderungsziele ablehnt, kurzfristig eine Kehrtwende vollziehen könnte. "Ich habe die Hoffnung, dass es besser wird, ich habe noch nicht die Hoffnung, dass es gut wird", sagte der Koordinator der Bundesregierung für die deutsch-amerikanischen Beziehungen, Karsten Voigt, auf N24. "In Amerika bewegt sich was", fügte er an. Doch selbst die fortschrittlichsten Politiker wollten nicht so weit gehen wie die Europäer.

Barroso fordert neues Abkommen

Barroso forderte ein neues Klimaschutzabkommen für die Zeit nach 2012, wenn das Kyoto-Protokoll zur Verminderung von Treibhausgasen ausläuft. "Gute Absichten sind notwendig, aber sie reichen nicht", mahnte der EU-Kommissionspräsident.

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(ap)