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Baerbock und Lawrow betonen in Moskau große Bedeutung der Beziehungen

Außenministerin in Moskau : Baerbock und Lawrow betonen große Bedeutung der Beziehungen

Die Beziehungen zwischen Berlin und Moskau sind derzeit auf einem Tiefpunkt angekommen. Trotzdem betonen Baerbock und Lawrow bei ihrem Treffen die Wichtigkeit des Austauschs.

Der russische Außenminister Sergej Lawrow hat sich beim ersten persönlichen Treffen mit seiner deutschen Kollegin Annalena Baerbock für bessere bilaterale Beziehungen ausgesprochen. Es gebe keine Alternative zu einem guten Verhältnis zwischen Moskau und Berlin, sagte Lawrow zu Beginn des Treffens am Dienstag in Moskau. Russland wünsche sich konstruktivere Beziehungen zu Deutschland – auf Augenhöhe und unter Berücksichtigung der jeweiligen Interessen, meinte er mit Blick auf eine Vielzahl an Konfliktthemen.

„Mit meiner Reise möchte ich deutlich machen, dass die Beziehung zu Russland der neuen deutschen Bundesregierung oder auch mir persönlich sehr wichtig sind“, sagte die Grünen-Politikerin. „Es gibt keine Alternative zu stabilen Beziehungen zwischen Moskau und Berlin.“ Baerbock (Grüne) war bereits am Montagabend nach einem Besuch in der Ukraine in der russischen Hauptstadt angekommen.

Sie wisse um die „tiefe historische Dimension der Beziehungen zwischen unseren beiden Ländern“, sagte Baerbock. Deswegen sei es ihr wichtig gewesen, einen Kranz am Grab des unbekannten Soldaten niederzulegen - für die Opfer des Zweiten Weltkrieges. „Die historische Tiefe, auch der historische Schmerz zwischen unseren beiden Ländern ist immer auch Auftrag für Politik der Gegenwart und für zukünftige Generationen. Und für die Versöhnung nach den Schrecken der Nazi-Diktatur bleiben wir den Menschen in Russland auf ewig dankbar.“

Aber es gebe auch unterschiedliche Ansichten, sagte die Ministerin offenbar auch in Anspielung auf die Ukraine-Krise. Sie freue sich "auf einen ehrlichen und offenen Austausch". Baerbock und der ukrainische Außenminister Dmytro Kuleba hatten bei einem Treffen am Montag in Kiew betont, sie wollten eine Wiederbelebung des sogenannten Normandie-Formats bestehend aus Deutschland, Frankreich, Russland und der Ukraine erreichen. Damit soll der aufgeheizte Konflikt mit der Regierung in Moskau auf diplomatischem Weg entschärft werden.

Die Beziehungen zwischen Moskau und Berlin sind derzeit auf einem Tiefpunkt. Nach dem Mord an einem Georgier im Berliner Tiergarten im August 2019 hat ein Gericht einen Russen verurteilt und Moskau „Staatsterrorismus“ vorgeworfen. Die beiden Länder wiesen gegenseitig Diplomaten aus. Deutschland macht Russland für Hackerangriffe auf den Bundestag 2015 verantwortlich sowie für den Anschlag auf den Kremlgegner Alexej Nawalny mit dem international geächteten chemischen Kampfstoff Nowitschok. Zudem ist Moskau verärgert über den Sendestopp für das deutsche Programm seines Staatssenders RT.

(mabu/dpa/reuters)