Erste Beratungen Baerbock lobt Weimarer Dreieck – „Ideenschmiede und Kraftzentrum“

Berlin/La Celle-Saint-Cloud · Außenministerin Annalena Baerbock setzt auf gemeinsame Impulse von Deutschland, Frankreich und Polen im sogenannten Weimarer Dreieck, um Europa krisenfester als bisher zu machen.

 Außenministerin Baerbock nimmt neben Radoslaw Sikorski, Außenminister von Polen an einer Pressebegegnung nach dem bilateralen Gespräch teil. (Archivbild)

Außenministerin Baerbock nimmt neben Radoslaw Sikorski, Außenminister von Polen an einer Pressebegegnung nach dem bilateralen Gespräch teil. (Archivbild)

Foto: dpa/Michael Kappeler

„Für ein starkes, widerstandsfähiges Europa in stürmischen Zeiten kann das Weimarer Dreieck mehr denn je in seiner 30-jährigen Geschichte Kraftzentrum und Ideenschmiede sein“, sagte die Außenministerin Annalena Baerbock am Montag vor dem Abflug zum Treffen mit ihren Amtskollegen aus Frankreich und Polen im Schloss de la Celle bei Paris. Die Stärke des 1991 in Weimar begründeten Gesprächsformats liege darin, dass man in den drei Ländern aus unterschiedlichen Blickwinkeln auf Europa schaue. „Dass wir daraus Impulse entwickeln, erwarten die Menschen in Europa zu Recht.“

Themen der Gespräche von Baerbock mit dem französischen Außenminister Stéphane Séjourné und dem polnischen Ressortchef Radoslaw Sikorski sollen Frieden, Sicherheit und Souveränität in Europa sowie die Europawahlen sein. Außerdem steht die Unterstützung der Ukraine auf der Tagesordnung. Wie Séjourné zuvor sagte, soll es auch um russische Desinformation und Angriffe auf die Demokratie gehen. Alle drei Länder seien Opfer der gleichen Destabilisierungsstrategie.

In Frankreich, Deutschland und Polen lebten rund 190 Millionen Menschen - fast die Hälfte der EU-Bevölkerung, sagte Baerbock. Gemeinsam wolle man die Gestaltungskraft der drei Länder bündeln, für alle Menschen in Europa. „Der Zusammenhalt Europas ist unsere Lebensversicherung gerade in Zeiten, in denen Russland die europäische Friedensordnung unter Beschuss nimmt, Krisen weltweit für Verunsicherung sorgen und demokratiefeindliche Tendenzen an den Grundfesten europäischer Werte rütteln“, ergänzte sie.

Annalena Baerbock: So verlief die Karriere der Außenministerin - Fotos
33 Bilder

Das ist Annalena Baerbock

33 Bilder
Foto: dpa/Michael Kappeler

Die jetzigen Außenminister aus Deutschland, Frankreich und Polen beraten erstmals im Format des Weimarer Dreiecks. Séjourné ist erst vor einem Monat im Zuge einer Regierungsumbildung in Paris ins Amt gekommen. Auch Sikorski ist erst seit Antritt der neuen polnischen Regierung im Dezember auf seinem Posten, war früher aber bereits polnischer Außenminister. Ein Ziel ist auch, die außenpolitische Zusammenarbeit Frankreichs und Deutschlands mit der neuen proeuropäischen Regierung von Donald Tusk in Warschau abzustimmen. Der polnische Regierungschef Tusk wird am Montag zu einem Besuch bei Bundeskanzler Olaf Scholz in Berlin und im Anschluss bei Frankreichs Präsident Emmanuel Macron in Paris erwartet.

(yak/dpa)
Meistgelesen
Neueste Artikel
Im Kriegsmarsch ins Rote Meer
Bundestag stimmt am Freitag über Bundeswehreinsatz an der EU-Mission „Aspides“ ab Im Kriegsmarsch ins Rote Meer
Zum Thema
Aus dem Ressort