Nahost-Reise Außenministerin Baerbock für Ausweitung der Flüchtlingshilfe in Jordanien

Amman · Außenministerin Annalena Baerbock auf Antritts-Tour in Nahost: Am Freitag ist die Grünen-Politikerin in Jordanien. Das Land ist eines der wichtigsten Aufnahmeländer für Flüchtlinge in der Region.

Annalena Baerbock besucht Flüchtlingssiedlung in Jordanien
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Foto: dpa/Fabian Sommer

Außenministerin Annalena Baerbock hat sich für eine Ausweitung der internationalen Flüchtlingshilfe für Jordanien ausgesprochen. Wegen der Corona-Pandemie seien viele Schulen in Jordanien nicht nur für einige Wochen, sondern teils für 18 Monate geschlossen worden, sagte die Grünen-Politikerin am Freitag beim Besuch einer Flüchtlingssiedlung in der Nähe der jordanischen Hauptstadt Amman. Mit der Leitung des Camps habe sie „darüber gesprochen, wie wir gerade Unterstützung im Bildungsbereich geben können, dass Kinder hier wieder zur Schule gehen“.

Schon in Deutschland gebe es Probleme mit dem digitalen Lernen, in Jordanien funktioniere das gar nicht, sagte Baerbock. „Deswegen braucht es die Schule als Ort nicht nur des Lernens, vor allen Dingen als Ort des Miteinanders.“ Es sei „wichtig, dass wir die internationale Hilfe nicht nur weiter fortführen, sondern weiter ausweiten, gerade auch im Rahmen der Vereinten Nationen“.

Viele der Schülerinnen und Schüler hätten deutlich gemacht, dass sie Ärzte werden wollten oder Polizisten, sagte Baerbock. „Sie wollen eigentlich am Leben hier teilhaben können. Und das müssen wir diesen Kindern als Zukunftschancen und Perspektiven geben.“ Was für Deutschland gelte, gelte auch in Jordanien: „Schule ist das Wichtigste, was Kinder brauchen.“

Deutschland sei in Jordanien zweitgrößter Geber gerade mit Blick auf die Unterstützung der Vereinten Nationen (UN) für die vielen palästinensischen Familien im Land, sagte Baerbock. Gemeinsam mit Entwicklungsministerin Svenja Schulze (SPD) werde sie prüfen, wo Deutschland stärker unterstützen könne, etwa im Bereich Elektrifizierung. „Hier scheint jetzt gerade die Sonne. Wir sehen, dass wir eigentlich viele Dächer hätten, wo wir Solar obendrauf packen könnten“, sagte Baerbock. Es gehe auch um Bildung, Gesundheit oder Grünflächen.

 Am 10. Februar war Baerbock noch bei einem Treffen mit dem palästinischen Premierminister gewesen.

Am 10. Februar war Baerbock noch bei einem Treffen mit dem palästinischen Premierminister gewesen.

Foto: AFP/HAZEM BADER

Die Flüchtlingssiedlung Talbieh war 1968 vom Hilfswerk der Vereinten Nationen für Palästina-Flüchtlinge im Nahen Osten (UNRWA) im Zuge des Sechstagekriegs von 1967 in Israel Vertriebene errichtet worden. Es wird mit deutschen Geldern unterstützt. In dem ursprünglich für 5000 Geflüchtete gebauten Camp leben nach Darstellung des Auswärtigen Amtes derzeit etwa 9500 Menschen. In dem Lager verwaltete das UNRWA zwei Grundschulen und zwei bis zur 10. Klasse weiterführende Schulen sowie ein Gesundheitszentrum.

(mabu/dpa)
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