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Aus für Schiefergasgewinnung: Großbritannien stoppt Fracking

Leichte Erdbeben nahe Teststation : Großbritannien stoppt Fracking

Umweltschützer und die britische Opposition sind hocherfreut über das Aus für die umstrittene Fracking-Technik zur Gasproduktion in Großbritannien. Grund dafür: Die Erde nahe einer Teststation hatte leicht gebebt.

„Dieser Sieg ist einer der größten, den die Klimabewegung je gesehen hat“, teilte die Klimaschutzorganisation 350.org am Samstag mit. Die Umweltorganisation Greenpeace forderte, den Ausbau erneuerbarer Energie aus Wind und Sonne zu beschleunigen. Die Regierung hatte am Freitagabend mitgeteilt, die Fracking-Technik dürfe in England nicht mehr genutzt werden.

Grund sind Sorgen vor Erdbeben in der Umgebung der Teststation zur Förderung von Schiefergas in nordwestenglischen Grafschaft Lancashire, wo bereits seismische Aktivitäten registriert worden waren. Seit einer Erschütterung der Stärke 2,9 Ende August in der Nähe der Anlage war der Betrieb ausgesetzt.

Wirtschaftsministerin Andrea Leadsom verwies zur Begründung auf einen Bericht der nationalen Agentur für Öl und Gas. Dieser zeige, „dass wir weitere inakzeptable Auswirkungen für die örtliche Bevölkerung nicht ausschließen können“. Die Regierung verkündete daher ein Fracking-Moratorium, „bis überzeugende neue Beweise“ für die Umweltverträglichkeit der Technik vorgelegt werden. Leadsom zeigte sich im Interview mit BBC Radio 4 vom Stopp enttäuscht, „aber wir haben klar gemacht, dass wir uns nach der Wissenschaft richten“.

Die oppositionelle Labour-Partei forderte, Fracking dauerhaft zu verbieten. Für die konservative Regierung von Premierminister Boris Johnson bedeutet das Moratorium eine bedeutende Wende. Johnson war stets als überzeugter Befürworter der Methode aufgetreten.

Großbritannien hatte Fracking erst vor einem Jahr nach jahrelanger Pause wieder aufgenommen. Dabei wird ein flüssiges Gemisch aus Wasser, Sand und Chemikalien in den Boden gepresst. Dadurch entstehen Risse im Gestein, durch die Gas oder Öl an die Oberfläche gelangen kann. Umweltschützer fürchten unter anderem durch die Chemikalien eine Verunreinigung des Trinkwassers.

(felt/dpa)