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Aufständische verstärken Terrorangriffe in Afghanistan

Terror in Nahost : Aufständische verstärken Terrorangriffe in Afghanistan

Weniger als drei Wochen vor dem Ende des internationalen Kampfeinsatzes in Afghanistan demonstrieren die Taliban ihre Stärke. Am Samstag töten sie Minenräumer, Gerichtsmitarbeiter und Soldaten.

Kurz vor dem Ende des Kampfeinsatzes der Internationalen Afghanistanschutztruppe Isaf haben Taliban-Kämpfer ihre Anschläge besonders in der Hauptstadt Kabul verstärkt. Am Samstag tötete ein Selbstmordattentäter bei einem Angriff auf einen Militärbus mindestens sechs Menschen. Außerdem töteten Aufständische nach Polizeiangaben einen ranghohen Mitarbeiter des Obersten Gerichts und mindestens zwölf Mitarbeiter eines Minenräumdienstes.

Nach Angaben eines hohen Beamten im Verteidigungsministerium näherte sich in einem südwestlichen Vorort der Hauptstadt Kabul ein Attentäter einem Bus mit Soldaten und sprengte sich in die Luft. Er riss sechs Menschen mit in den Tod darunter mehrere Soldaten. Zudem wurden 14 Personen verletzt. Die Soldaten seien nach ihrem Dienst auf dem Heimweg gewesen, der Attentäter sei vermutlich zu Fuß gekommen.

Als der Leiter des Sekretariats des Obersten Gerichts, Atikullah Raufi, am frühen Samstagmorgen vor seinem Haus in Kabul in sein Auto steigen wollte, wurde er von zwei Männern von einem Motorrad aus erschossen, wie ein Kollege des Ermordeten sagte, der aus Angst vor Vergeltung seinen Namen nicht nennen wollte. Zu den beiden Attacken in Kabul bekannten sich die radikalislamischen Taliban.

In der südlichen Provinz Helmand griffen Aufständische den privaten Minenräumdienst Star Link an und töteten mindestens zwölf seiner Mitarbeiter. Weitere zwölf Arbeiter seien bei dem Überfall an der Grenze zwischen den Bezirken Nadali und Waschir verletzt worden, sagte Polizeisprecher Farid Ahmad Obaid. Danach hätten afghanische Soldaten Aufständische in ein Feuergefecht verwickelt.

Nach zwei Invasionen und mehr als 35 Jahren Krieg und Bürgerkrieg gilt Afghanistan als eines der am dichtesten verminten Länder der Welt. Die Taliban und andere Aufständische nehmen oft Unternehmen ins Visier, die die tückischen Sprengkörper beseitigen. Im April hatten die Taliban zwölf Menschen getötet, die für ein Minenräumprojekt in der Provinz Logan arbeiteten.

Am US-Luftwaffenstützpunkt Bagram griffen Militante in der Nacht eine Kolonne aus Militärfahrzeugen an. Dabei seien zwei US-Soldaten getötet worden, sagte ein Isaf-Sprecher der Nachrichtenagentur AP.
Die Nato bestätigte den Angriff, machte aber wie üblich keine Angaben zur Nationalität der Getöteten. Es war der erste tödliche Anschlag auf ausländische Soldaten im Dezember. Damit wurden in diesem Jahr bereits 65 Isaf-Angehörige getötet, unter ihnen 50 US-Soldaten.

Der Isaf-Einsatz endet am 31. Dezember, doch sollen zunächst noch rund 13 000 ausländische Soldaten im Land bleiben, darunter bis zu 850 Deutsche. Sie sollen die afghanischen Sicherheitskräfte in erster Linie ausbilden.

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(ap)