Auch Deutschland beteiligt: Syrische Regierung kritisiert Rettung von Weißhelmen

Auch Deutschland beteiligt : Syrische Regierung kritisiert Rettung von Weißhelmen

Die syrische Regierung hat die Rettung hunderter Mitarbeiter der syrischen Zivilorganisation Weißhelme aus dem Bürgerkriegsland durch Israel verurteilt.

Die Operation enthülle die terroristische Natur der Organisation, sagte ein Sprecher des syrischen Außenministeriums der staatlichen Nachrichtenagentur Sana. Es handele sich um eine Aggression Israels sowie der Beteiligten USA, Deutschland, Großbritannien, Kanada und Jordanien gegenüber dem syrischen Volk.

In einer beispiellosen Rettungsaktion waren in der Nacht auf Sonntag etliche Weißhelme und deren Familien mit Hilfe Israels aus dem Südwesten Syriens nach Jordanien in Sicherheit gebracht worden.

Die syrische Regierung unterstellt den vom Westen unterstützten Weißhelmen seit Jahren, mit Terrororganisationen zusammenzuarbeiten. Die Helfer, die nach eigenen Angaben in den vergangenen Jahren mehr als 114.000 Menschen aus den Trümmern des Bürgerkrieges retteten, betonen jedoch ihre Neutralität. Sie wurden 2016 für ihre Arbeit mit dem alternativen Nobelpreis ausgezeichnet. Sowohl Israel als auch die Weißhelme hatten nach der Rettung mitgeteilt, es habe sich um eine rein humanitäre Aktion gehandelt.

Die Weißhelme sollen nun binnen der nächsten drei Monate in westliche Länder umgesiedelt werden. Deutschland nimmt voraussichtlich 47 Menschen auf: Die Bundesrepublik wolle acht Mitarbeitern der Weißhelme sowie deren Ehepartnern und minderjährigen Kindern Zuflucht bieten, sagte eine Sprecherin des Bundesinnenministeriums am Montag in Berlin. Die Evakuierten sollten demnach wahrscheinlich nach dem Königsteiner Schlüssel auf die Bundesländer aufgeteilt werden. Auch Angehörige in Deutschland sollten eine Rolle spielen.

Der Königsteiner Schlüssel regelt die Verteilung von Asylbewerbern in Deutschland und richtet sich nach Steuereinnahmen und Bevölkerungszahl der Länder. Die Weißhelme müssen in Deutschland allerdings kein Asyl beantragen, sondern sollen „aus völkerrechtlichen oder dringenden humanitären Gründen“ aufgenommen werden.

(mba/dpa)