Atomprogramm: Iran reichert zehnmal mehr Uran an

Atomprogramm wird ausgebaut : Iran reichert zehnmal mehr Uran an

Der Iran produziert nach der Wiederinbetriebnahme seiner unterirdischen Atomanlage in Fordo mehr als zehnmal so viel gering angereichertes Uran wie zuvor.

„Ich glaube, der tägliche Umfang der Uran-Anreicherung in Natans und Fordo ist 5,5 Kilogramm“, sagte der Chef der iranischen Atomenergie-Organisation, Ali Akbar Salehi, am Montag der Nachrichtenagentur AP. Zuvor waren es 450 Gramm pro Tag.

Derzeit reichert das Land nach eigenen Angaben Uran auf 4,5 Prozent an. Das liegt zwar weit unter dem waffenfähigen Level von 90 Prozent, aber über den im Atomvertrag erlaubten 3,67 Prozent. Außerdem verringert sich dadurch der Zeitraum, den der Iran benötigen würde, um genug waffenfähiges Uran für eine Atombombe herzustellen. Bei Abschluss des Atomvertrags lag dieser nach Ansicht von Experten bei einem Jahr.

In dem 2015 geschlossenen Abkommen hat der Iran mit den fünf UN-Vetomächten und Deutschland vereinbart, sein Nuklearprogramm so zu ändern, dass er keine Atombomben bauen kann. Im Gegenzug sollen Sanktionen aufgehoben werden. Die USA haben sich aber 2018 aus dem Vertrag zurückgezogen und neue Sanktionen verhängt. Daraufhin setzte der Iran zentrale Klauseln des Abkommens außer Kraft, betont aber, dass der Vertrag weiter gelte.

Präsident Hassan Ruhani wies am Montag darauf hin, dass das UN-Waffenembargo gegen Iran laut Vertrag im Oktober kommenden Jahres aufgehoben werden soll. „Wenn wir das Nuklearabkommen retten, wird Irans Waffenembargo aufgehoben und wir können Waffen kaufen oder unsere Waffen an die Welt verkaufen“, sagte er. Es ist allerdings eine offene Frage, ob die Vereinten Nationen unter den gegebenen Umständen das Embargo tatsächlich aufheben.

(lukra/dpa)