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Irans Präsident Ahmadinedschad: "Atombombe ist politisch nicht nützlich"

Irans Präsident Ahmadinedschad : "Atombombe ist politisch nicht nützlich"

London/Wien (RPO). Laut Präsident Mahmud Ahmadinedschad strebt der Iran nicht nach dem Besitz einer Atombombe. Diese sei "politisch nicht sinnvoll", sagte er in einem Interview mit einem britischen Sender.

"Wieso brauchen wir eine Bombe? Wir brauchen sie nicht", sagte Ahmadinedschad laut englischer Übersetzung am Mittwoch in einem Interview im Garten des Präsidialpalastes, das der Fernsehsender Channel 4 live ausstrahlte. Tatsächlich halte Teheran Atombomben für politisch "nicht nützlich".

Er wolle jedoch an der Anreicherung von Uran festhalten, betonte Ahmadinedschad. Zuvor hatte Irans Atom-Chefunterhändler Ali Laridschani gewarnt, neue UN-Sanktionen gegen sein Land könnten die derzeitige Zusammenarbeit mit internationalen Atom-Inspekteuren gefährden.

Der US-Botschafter bei der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) in Wien, Gregory Schulte, übte Kritik an der Haltung des Irans. Es sei nicht vertrauensfördernd, wenn Teheran erst dann seine Verpflichtungen gegenüber der IAEA erfüllen wolle, wenn der UN-Sicherheitsrat Sanktionen ausschließe, sagte er bei Beratungen über den Bericht von IAEA-Chef Mohammed ElBaradei zu Irans Fortsetzung der Urananreicherung.

Schulte bezeichnete neue Inspektionen im Iran als "eine potentiell wichtige Entwicklung", kritisierte jedoch, dass die Kernforderung nach einer Aussetzung der Urananreicherung nicht erfüllt sei. Er rief Teheran auf: "Kooperieren Sie vollständig, schnell und bedingungslos mit der IAEA. Erkaufen Sie sich nicht Zeit - verdienen Sie sich Vertrauen."

Der deutsche Botschafter Klaus-Peter Gottwald sagte, der Iran müsse die Urananreicherung aussetzen, um Verhandlungen zu ermöglichen. Die Vereinten Nationen drohen dem Iran mit neuen Sanktionen, sollte er nicht seine umstrittene Urananreicherung aussetzen. Vertreter der fünf UN-Vetomächte und Deutschlands wollen am Freitag kommender Woche darüber beraten.

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(afp)