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Islamische Republik kritisiert IAEA-Bericht: Atom-Streit mit Iran spitzt sich zu

Islamische Republik kritisiert IAEA-Bericht : Atom-Streit mit Iran spitzt sich zu

Wien (RPO). Der Iran hat im Streit mit der Internationalen Atomenergieagentur (IAEA) nachgelegt: Der Nuklearenergie-Beauftragte der Islamischen Republik kritisierte den jüngsten IAEA-Bericht zum iranischen Atomprogramm als ungerecht und deutete an, er sei von westlichen Staaten beeinflusst worden.

"Es scheint so, als wenn die Agentur unter einer moralischen Autoritäts- und Glaubwürdigkeitskrise leidet", sagte Ali Akbar Salehi am Montag bei der Jahresversammlung der 151 Mitglieder zählenden UN-Organisation in Wien. In dem Bericht wurde der Regierung in Teheran unter anderem vorgeworfen, die Anreicherung von Uran auf höhere Grade voranzutreiben und nicht umfassend genug zu kooperieren.

Das Verhältnis zwischen dem Iran und der Agentur hat sich seit dem Amtsantritt von IAEA-Chef Yukiya Amano im Dezember verschlechtert. Der Japaner geht schonungsloser mit der Regierung in Teheran um als sein Vorgänger Mohamed ElBaradei. Im Juni hatte der Iran zwei IAEA-Inspektoren die Einreise verweigert.

In seiner Rede in Wien wies Salehi zugleich erneut internationale Forderungen nach einem Stopp der Arbeiten zurück, die nach Annahme des Westens dem Bau einer Atombombe dienen. "Der unzivilisierte zweigleisige Ansatz von Drohung und Dialog kann nicht förderlich und erfolgreich sein."

Dabei bezog sich Salehi auf die Bemühungen, den Golfstaat durch Sanktionen und Anreize zum Stopp seines Atomprogramms zu bewegen. US-Energieminister Steven Chu konterte, die USA hielten zwar an einer diplomatischen Lösung fest. Der Iran müsse aber seinen Verpflichtungen nachkommen und den Rest der Welt von seinen friedlichen Absichten überzeugen.

In Washington sagte US-Präsident Barack Obama, ein Militärschlag sei nicht der optimale Weg zur Beilegung des Konflikts. Alle Optionen lägen aber nach wie vor auf dem Tisch, sagte er im Fernsehsender CNBC.

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(RTR/nbe)