1. Politik
  2. Ausland

Irak: Armee schlägt Isis-Angriff auf Ölraffinerie in Baidschi zurück

Irak : Armee schlägt Isis-Angriff auf Ölraffinerie in Baidschi zurück

Erfolg für die irakischen Militärs: Die Armee hat einen Angriff der sunnitischen Terrorgruppe Isis auf die strategisch wichtige Ölraffinerie in dem Ort Baidschi abgewehrt.

Bei stundenlangen Schusswechseln seien zwölf Isis-Kämpfer ums Leben gekommen, hieß es am Samstag aus irakischen Sicherheitskreisen. Zu Opfern aufseiten des Militärs gab es keine Angaben.

Isis-Milizen attackieren den Ort Baidschi rund 200 Kilometer nördlich von Bagdad seit Mitte Juni immer wieder. Dort liegen eine der wichtigsten Ölraffinerien des Landes und ein Kraftwerk, das Bagdad versorgt. Die Terrorgruppe beherrscht im Irak und im benachbarten Bürgerkriegsland Syrien bereits mehrere wichtige Ölfelder.

"Kalifat verstößt gegen Scharia"

Unterdessen verstößt die Ausrufung eines Kalifats durch die Dschihadisten im Irak und in Syrien nach Einschätzung eines einflussreichen sunnitischen Geistlichen gegen das islamische Recht. Die Einführung eines grenzüberschreitenden Gottesstaats sei zwar wünschenswert, das Vorgehen der Extremisten sei aber nicht vereinbar mit der Scharia, erklärte der in Katar ansässige Prediger Jussef al-Karadawi am Samstag. Der in Ägypten geborene Kleriker, der als graue Eminenz der dortigen Muslimbruderschaft gilt, warnte vor den "gefährlichen Folgen für die Sunniten im Irak und den Aufstand in Syrien".

In einer Erklärung der von al-Karadawi angeführten Union muslimischer Gelehrter hieß es, das Handeln der "Gruppe, die für ihre Gräueltaten und radikalen Ansichten bekannt ist, schadet dem islamischen Projekt". Einem Kalifat müsse die Gesamtheit der Muslime zustimmen. Der Titel könne nicht von einer einzigen Gruppierung beansprucht werden. Nach ihrem Vormarsch im Norden und Westen im Irak hatte die Gruppe Islamischer Staat im Irak und in Großsyrien (Isis) vor einer Woche einen grenzüberschreitenden islamischen Gottesstaat ausgerufen. Das "Kalifat" erstrecke sich von der Region Aleppo im Norden Syriens bis zur Region Dijala im Osten des Irak, teilte die radikalsunnitische Organisation mit, die sich seitdem Islamischer Staat (IS) nennt.

Isis zerstört Grabmale und Moscheen

Isis-Kämpfer haben außerdem im Norden des Iraks mehrere Moscheen und andere religiöse Einrichtungen von Schiiten und andersgläubigen Sunniten zerstört. Bilder im Internet zeigten unter anderem, wie Isis-Kämpfer in der Stadt Mossul mindestens fünf Gebetsstätten und Grabmäler in die Luft sprengen oder mit Bulldozern dem Erdboden gleich machen.

  • Terror-Gruppe bringt riesige Ölfelder unter Kontrolle : Isis wird von Tag zu Tag reicher
  • Hintergrund : Chronologie des Aufstiegs des IS im Irak
  • Hintergrund : Die wichtigsten politischen Akteure im Irak

In dem Ort Tel Afar zerstörten sie mindestens vier Moscheen und ein Grabmal. Die Terrorgruppe habe die Einrichtungen als "heidnische Tempel" bezeichnet, berichtete das irakische Nachrichtenportal "Al-Mada" am Samstag. Isis hatte Mossul, die zweitgrößte Stadt des Iraks, Mitte Juni eingenommen.

(dpa / AFP)