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Krieg im Irak: Armee greift Isis-Extremisten in Tikrit an

Krieg im Irak : Armee greift Isis-Extremisten in Tikrit an

Hubschrauber der irakischen Armee haben am Freitag erneut Ziele in der von sunnitischen Extremisten eroberten Stadt Tikrit angegriffen.

"Ich habe mit meiner Familie die Stadt am Morgen verlassen", berichtete der Universitätsprofessor Farhan Ibrahim Tamimi. "Wir konnten Schüsse hören und Hubschrauber, die das Gelände angegriffen haben." Die Hubschrauber feuerten auf den Campus der Universität, um die Kämpfer der Organisation Islamischer Staat im Irak und Großsyrien (Isis) zu vertreiben.
Bereits am Vortag hatten sich Soldaten und radikal-islamische Kämpfer heftige Kämpfe auf dem Gelände geliefert. Drei Hubschrauber sollten Soldaten im Stadion der Hochschule absetzen, hieß es in Sicherheitskreisen. Einer soll im Kugelhagel der Islamisten abgestürzt sein.

Die sunnitischen Extremisten hatten Tikrit am 11. Juni erobert. Die auch in Syrien kämpfende Isis will einen radikal-islamischen Gottesstaat über die bisherigen Staatsgrenzen hinweg schaffen.

Wie schon in Syrien versucht die Isis offenbar mit drastischen Methoden, ihre Herrschaft zu zementieren. Die Menschenrechtsgruppe Human Rights Watch (HRW) berichtete, in Tikrit habe es anscheinend Massenhinrichtungen gegeben. Darauf ließen Fotos und Satellitenaufnahmen schließen. HRW geht von mindestens 190 Toten aus.

Durch die Kämpfe sind auch zahlreiche Ausländer im Irak gestrandet oder als Geiseln genommen worden. Die chinesischen Medien berichteten am Freitag, rund 1000 in einem Kraftwerk festsitzende Landsleute würden derzeit in Sicherheit gebracht.
Insgesamt sind nach offiziellen Angaben rund 10.000 Chinesen im Irak. Die meistens seien in sicheren Gebieten vorwiegend in der Ölindustrie tätig.

(REU)