Cristina Fernández de Kirchner Argentinische Vizepräsidentin wegen Korruption zu Haftstrafe verurteilt

Buenos Aires · Die argentinische Vizepräsidentin Cristina Fernández de Kirchner ist am Dienstag wegen Betrugs zu sechs Jahren Haft verurteilt worden. Sie darf außerdem lebenslang kein öffentliches Amt mehr ausüben.

 Anhänger der argentinischen Vizepräsidentin Cristina Fernández de Kirchner protestieren in Buenos Aires gegen das Korruptions-Urteil.

Anhänger der argentinischen Vizepräsidentin Cristina Fernández de Kirchner protestieren in Buenos Aires gegen das Korruptions-Urteil.

Foto: AFP/EMILIANO LASALVIA

Die argentinische Vizepräsidentin Cristina Fernández de Kirchner wurde schuldig gesprochen, während ihrer Präsidentschaft bei der Vergabe öffentlicher Bauvorhaben rund eine Milliarde Dollar veruntreut zu haben. Ein Gremium aus drei Richtern befand die Politikerin zwar des Betrugs für schuldig, wies jedoch eine Anklage wegen Leitung einer kriminellen Vereinigung zurück. Bei einer Verurteilung hätten ihr zwölf Jahre Gefängnis gedroht.

Es ist das erste Mal, dass ein argentinischer Vizepräsident oder eine Vizepräsidentin während der Amtszeit wegen eines Verbrechens verurteilt wird. Das Urteil gegen Fernández ist allerdings erst rechtsgültig, wenn über alle Berufungen entschieden ist, was noch Jahre dauern kann. In der Zwischenzeit kann sie nicht verhaftet werden.

Die Vizepräsidentin hat alle Vorwürfe zurückgewiesen und beschrieb sich in einer Reaktion auf das Urteil als Opfer einer Justizmafia. Ihre Anhänger kündigten an, das Land mit einem landesweiten Streik lahmzulegen. Sie blockierten bereits die Innenstadt von Buenos Aires und marschierten zum Gebäude des Bundesgerichts, wo sie von Polizeisperren gestoppt wurden.

Kirchner war von 2007 bis 2015 Präsidentin von Argentinien. In der aktuellen Regierung von Präsident Alberto Fernández gilt sie als Strippenzieherin. Für ihre Anhänger aus oft einfachen Verhältnissen gilt die Politikerin als Garantin für die für lateinamerikanische Verhältnisse üppigen Sozialprogramme. Anfang September entging die Politikerin knapp einem Attentat.

(peng/dpa)
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