Anschlag in New York: Donald Trump will Einwanderung weiter beschränken

Anschlag in New York: Trump will nach Anschlag Einwanderung weiter beschränken

Anschlag in New York: Donald Trump will Einwanderung weiter beschränken

Nach dem Anschlag eines Mannes aus Bangladesch in New York fordert US-Präsident Donald Trump strengere Einwanderungsgesetze. Terrorverdächtige sollten laut Trump zudem möglichst hart bestraft werden, "bis hin zur Todesstrafe".

Der Kongress müsse das "laxe Einwanderungssystem reformieren, das es viel zu vielen gefährlichen und unzureichend überprüften Menschen ermöglicht, in unser Land zu gelangen", erklärte Trump wenige Stunden nach der Explosion im Stadtteil Manhattan, bei der drei Passanten verletzt wurden. Die Tat war offenbar islamistisch motiviert.

Der US-Präsident verlangte, den Familiennachzug für Einwanderer abzuschaffen. Auch der mutmaßliche Attentäter von New York habe über Verwandte ein Einwanderungsvisum erhalten.

Ähnlich äußerte sich auch Justizminister Jeff Sessions: Der Fall des vor sieben Jahren in die USA gekommenen Mannes zeige, dass Verwandte von US-Bürgern keine Priorität bei der Einreise haben sollten. Dies sei zum Nachteil von Menschen, die gut qualifiziert seien, eine gute Ausbildung und Englisch gelernt hätten, sagte Sessions. Bei ihnen sei es wahrscheinlicher, dass sie sich in die US-Gesellschaft integrierten würden und erfolgreich seien.

Zudem verlangte Trump mehr Personal für die Einwanderungsbehörden sowie möglichst harte Strafen für Terrorverdächtige, "bis hin zur Todesstrafe".

Der New Yorker Bürgermeister Bill de Blasio (r.) und der Gouverneur von New York, Andrew Cuomo (Mitte), geben eine Pressekonferenz zum Anschlag in Port Authority. Foto: rtr, SMC

Die zweite Terrorattacke in New York binnen zwei Monaten verdeutliche "erneut die Dringlichkeit, mit der der Kongress Gesetzesreformen zum Schutz des amerikanischen Volkes umsetzen muss", erklärte der US-Präsident.

New Yorks demokratischer Bürgermeister Bill de Blasio wies Trumps Forderungen zurück. Der Tatverdächtige habe keine Vorstrafen gehabt und keine Anzeichen von Radikalisierung gezeigt. Zudem hätten sich "angesehene" Bürger für ihn verbürgt.

Der Sprengsatz detonierte um etwa 7.20 Uhr Ortszeit in einem Fußgängertunnel, der zwei U-Bahnstationen am Busbahnhof Port Authority miteinander verbindet. Der Bahnhof liegt nahe dem Times Square, eine der beliebtesten Touristenattraktionen der US-Ostküstenmetropole. Drei Passanten wurden verletzt. Auch der Täter selbst wurde schwer verletzt und festgenommen.

Bürgermeister de Blasio sprach vom "Versuch eines terroristischen Anschlags". Erst im Oktober hatte der Fahrer eines Kleintransporters in Manhattan ein Anschlag verübt, bei dem acht Menschen getötet wurden. Der festgenommene Täter, ein 29-jähriger Usbeke, gab sich als Gefolgsmann der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) aus.

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Der Täter des Anschlagsversuchs vom Montag wurde von der Polizei als der 27-jährige Akayed Ullah identifiziert. Laut Medienberichten soll er aus Bangladesch stammen und als Taxifahrer gearbeitet haben. Der Mann sei im Jahr 2011 in die USA eingewandert und war ein rechtmäßiger dauerhafter Bewohner der Vereinigten Staaten, teilte das Weiße Haus mit.

Ullah sei durch extremistisch-islamistische Propaganda im Internet "beeinflusst" worden, sagte der Gouverneur des Bundesstaats New York, Andrew Cuomo. Zum Glück sei der Sprengsatz nur "teilweise detoniert" und habe damit nicht die vom Täter erhoffte Wirkung gehabt, sagte Cuomo dem Sender CNN.

Den Ermittlern sagte Ullah, er habe die US-Luftangriffe auf die IS-Miliz rächen wollen, wie die "New York Times" berichtete. Er habe sich Anschlagspläne auf weihnachtliche Ziele in Europa zum Vorbild genommen.

Den Tatort habe er wegen der dort aufgehängten Weihnachtsplakate ausgesucht. Bei einem Anschlag auf den Weihnachtsmarkt am Berliner Breitscheidplatz waren vor knapp einem Jahr in Berlin zwölf Menschen getötet worden.

Seine Familie zeigte sich nach dem Vorfall betroffen. Angesichts des Leids, das der versuchte Terroranschlag gebracht habe, sei sie untröstlich, hieß es in einer Stellungnahme.

Sie zeigte sich aber auch entsetzt über das harte Vorgehen der Strafverfolgungsbehörden gegen sie. Unter anderem sei ein jugendlicher Verwandter aus dem Schulunterricht entfernt und ohne Erwachsenen oder Anwalt befragt worden. Die Mitteilung der Familie wurde über den Rat für amerikanisch-islamische Beziehungen in New York veröffentlicht.

Auch die Regierung von Bangladesch verurteilte den Vorfall. "Bangladesch ist seiner "Null-Toleranz"-Politik gegenüber Terrorismus verpflichtet", teilte sie am Dienstag mit. Das Land spreche sich gegen alle Formen von Terrorismus und gewalttätigen Extremismus aus, darunter auch gegen den Vorfall am Montagmorgen in den USA, hieß es.

(sbl/ate)