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Anschlag in Istanbul: Terrorist schoss mehr als 180 Mal in die Menge

Nachtclub in Istanbul : Terrorist schoss mehr als 180 Mal in die Menge

Der Angreifer auf die Silvesterparty in einem Nachtclub in Istanbul hat einem Zeitungsbericht zufolge mehr als 180 Kugeln auf die Feiernden geschossen. Zwei der 39 Todesopfer wohnten in Bayern. Der sogenannte Islamische Staat reklamierte die Bluttat für sich.

Der Angreifer habe sechs Magazine seiner automatischen Waffe geleert, berichtete die Zeitung "Hürriyet Daily News" am Montag unter Berufung auf die Ermittlungen. Das Blatt zitiert einen Anti-Terror-Experten, wonach der Angreifer den Anschein erwecke, als sei er militärisch ausgebildet worden.

Augenzeugen hätten angegeben, der Angreifer habe auf dem Boden liegenden Menschen gezielt in den Kopf geschossen, berichtete das Blatt weiter. Der Täter habe sich anschließend umgezogen und seine Waffe gereinigt. Er habe dann inmitten der Panik den Club verlassen und sei mit einem Taxi vom Tatort weggefahren. Dem Taxifahrer habe er beim Aussteigen gesagt, er habe kein Geld, um ihn zu bezahlen.

Vom Angreifer fehlt jede Spur

Das Zeitung schrieb, der Angreifer sei bereits mit einem Taxi in das Ausgehviertel Ortaköy gekommen. Wegen des dichten Verkehrs in der Silvesternacht sei er in der Nähe des Clubs Reina ausgestiegen und die letzten Minuten zu Fuß gelaufen, bevor er sich um 01.20 Uhr am Sonntagmorgen den Weg in den Club freigeschossen habe. Bei dem Angriff wurden mindestens 39 Menschen getötet. Von dem Angreifer fehlt weiterhin jede Spur.

Zwei der Opfer des Anschlags hatten nach Angaben des Bundesaußenministeriums in Bayern gewohnt. Bei einem handle es sich um eine Person mit deutscher und türkischer Staatsbürgerschaft, sagte Außenamtssprecher Martin Schäfer. Das zweite Opfer habe nur einen türkischen Pass gehabt. Beide hätten in Bayern gewohnt. Außerdem seien drei Deutsche verletzt worden. Sie schwebten aber nicht in Lebensgefahr.

Die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu meldete, 38 der Opfer seien identifiziert. Elf seien Türken, sieben stammten aus Saudi-Arabien, je drei aus dem Libanon und dem Irak, je zwei aus Tunesien, Indien, Marokko und Jordanien, je eines aus Kuwait, Kanada, Israel und Russland. Ein Opfer habe sowohl die türkische als auch die belgische Staatsbürgerschaft. Außerdem gab es 69 Verletzte.

Im vergangenen Jahr hatte es in Istanbul eine Serie schwerer Anschläge gegeben, die laut den Behörden auf das Konto kurdischer Extremisten oder der IS-Miliz gingen. Das Bekenntnis zu dem Anschlag in der Silvesternacht ist aber das erste Mal, dass sich die IS-Miliz zu einem Anschlag in Istanbul bekannte.

(dpa)