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Anschläge in Afghanistan. 46 Menschen sterben bei Taliban-Angriffen

Afghanistan : 46 Menschen sterben bei Taliban-Angriffen

Bei zwei Anschlägen in Afghanistan sind am Dienstag mindestens 46 Menschen getötet worden. Selbstmordattenätter der Taliban griffen nach eigenen Angaben eine Wahlkampfveranstaltung von Präsident Aschraf Ghani und in Kabul einen zentralen Platz an.

In dessen Nähe befinden sich die US-Botschaft und das Oberste Gericht.

Die Bilanz: Mindestens 24 Tote und 31 Verletzte in der Stadt Charikar in der nördlichen Provinz Parwan, 22 Tote und 38 Verletzte in Kabul. Die Zahl der Opfer in Charikar nannte der Direktor des Krankenhauses der Stadt, Dr. Kassim Sangin, und die der in Kabul Polizeisprecher Firdaus Faramars.

Ghani blieb bei dem Anschlag in Charikar unverletzt. Taliban-Sprecher Mudschahid sagte, der Angreifer habe sein mit Sprengstoff beladenes Motorrad in den Eingang des Veranstaltungsorts gerammt.

Ghani intensivierte den von vielen seiner Herausforderer pausierten Wahlkampf, nachdem US-Präsident Donald Trump vergangene Woche die Friedensgespräche seiner Regierung abbrach. Der US-Gesandte Zalmay Khalilzad und die Taliban hatten bis dahin erkennen lassen, dass sie einer Einigung über einen amerikanischen Rückzug aus Afghanistan sehr nahe gekommen waren. Die afghanische Regierung war auf Drängen der Taliban von diesen Verhandlungen ausgeschlossen worden.

Die Taliban haben Anschläge auf die von Ghani angesetzte Präsidentenwahl am 28. September angedroht. Sie rieten Wahlberechtigten, nicht zu Wahlkundgebungen davor zu gehen und am Wahltag nicht an der Abstimmung teilzunehmen.

Das iranische Außenministerium teilte am Dienstag mit, eine Taliban-Delegation habe in Teheran mit Regierungsvertretern über Chancen auf einen Frieden in dem Land gesprochen, in dem seit 18 Jahren Krieg herrscht. Ein Taliban-Sprecher in Katar hatte die Reise der Delegation nach Teheran am Montag bestätigt.

(felt/dpa)