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Angela Merkel in Peking mit militärischen Ehren empfangen - im Sitzen

Chinareise der Bundeskanzlerin : Merkel absolviert Empfang im Sitzen - elf Wirtschaftsabkommen abgeschlossen

Die Bundeskanzlerin beginnt ihren Chinabesuch in Peking mit Premier Li Keqiang. Während der Premier steht, sitzt Merkel. Bei vorherigen Empfängen erlitt sie mehrmals Zitteranfälle.

Bundeskanzlerin Angela Merkel ist am Freitag in Peking mit militärischen Ehren empfangen worden. Die chinesische Seite hatte Stühle bereitgestellt, so dass Merkel während der Zeremonie zusammen mit Premier Li Keqiang sitzen konnte. Aufgrund mehrerer Zitteranfällen bei ähnlichen Gelegenheiten, wo sie länger stillstehen musste, hatte sie militärische Empfänge zuletzt wiederholt im Sitzen absolviert. Zuvor war die Kanzlerin schon mit Li Keqiang zu einem Arbeitsfrühstück zusammengekommen.

Im Mittelpunkt ihres Besuches stehen der Handelskrieg der USA mit China, die Unruhen in Hongkong und die bilateralen Beziehungen.

Die Vereinbarungen reichen von der Luftfahrttechnik, Schifffahrt, Energie, Elektromobilität, Finanzierung, Versicherung bis hin zum vernetzten Fahren und der Vermeidung und Verwertung von Müll, wie aus einer Liste aus Delegationskreisen hervorgeht.

Unter anderem traf der europäische Flugzeugbauer Airbus eine Vereinbarung mit dem chinesischen Luftfahrtunternehmen AVIC Aircraft Corporation über die Montage des Airbus A320 in dem bestehenden Werk in Tianjin, wo heute schon Airbusse zusammengebaut werden.

Die Allianz-Versicherung unterzeichnete eine strategische Vereinbarung mit der Bank of China über Vertiefung der Kooperation im Finanz- und Versicherungsbereich.

Auch traf die Deutsche-Post-Tochter Streetscooter mit dem chinesischen Automobilhersteller Chery Holding eine Absichtserklärung zur Produktion sowie Entwicklung eines elektrischen Nutzfahrzeugs für die letzte Meile im Verteilerverkehr.

Streetscooter geht von einer Gesamtinvestition von bis zu 500 Millionen Euro aus, wie das Unternehmen mitteilte. Die Serienproduktion sei für 2021 geplant - mit einer Produktionskapazität von 100 000 Elektro-Fahrzeugen jährlich.

Der Siemens-Konzern unterschrieb eine Absichtserklärung mit der State Power Investment Corporation Limited (SPIC) zur Kooperation bei Gasturbinen. Auch wurde eine strategische Kooperationsvereinbarung zwischen der ALBA Group und der Shenzen Energy Group für die Gründung eines Joint Ventures zur Zusammenarbeit bei Verwertung und Vermeidung von Abfall in Shenzen geschlossen.

Am Abend war auch ein Essen mit Staats- und Parteichef Xi Jinping geplant. Anführer der Protestbewegung in Hongkong hatten an Merkel appelliert, sich für die Demonstranten in der chinesischen Sonderverwaltungsregion einzusetzen und mäßigend auf die kommunistische Führung in Peking einzuwirken.

(chal/dpa)