1. Politik
  2. Ausland

Amtssitz von Donald Trump: Das Weiße Haus - Machtzentrum der USA

Machtzentrum der USA : Ein Rundgang durch das Weiße Haus

1600 Pennsylvania Avenue - die erste Adresse der USA. Seit mehr als 200 Jahren ist das Weiße Haus Amtssitz und Residenz des amerikanischen Präsidenten. In den vielen Jahren hat sich auch manch Kurioses zugetragen.

Die Bauarbeiten für den Präsidentensitz begannen 1792. James Hoban entwarf ihn nach dem Vorbild eines Herrenhauses im neoklassizistischen Stil. Acht Jahre später zog John Adams als erstes Staatsoberhaupt ein. Außer George Washington wohnten hier alle Präsidenten.

Der seit 1901 auch offiziell verwendete Name "Weißes Haus" geht auf den weißen Farbanstrich zurück. Das Gebäude überstand nicht weniger als vier Brände.

Mehrfach wurde der in einem parkähnlichen Garten gelegene Bau erweitert. Von den beiden Seiten der Straße und der Mall ist vor allem das historische Hauptgebäude sichtbar. Die beiden später angefügten Seitentrakte sind kaum zu erkennen.

Der Ostflügel (East Wing) beherbergt unter anderem das Büro der First Lady. Im Westflügel (West Wing) liegt das 1909 eingerichtete Präsidentenbüro, das bekannte "Oval Office". Der gesamte Komplex ist Arbeitsplatz von rund 470 Menschen.

Zu den 132 Räumen auf sechs Etagen gehören auch 35 Badezimmer. Es gibt acht Treppenhäuser und drei Fahrstühle. In den Obergeschossen hat die Präsidentenfamilie ihre Privaträume. Die Küche kann ein Menü für 140 Gäste oder einen Imbiss für mehr als 1000 Menschen zubereiten.

Zur Entspannung bietet das Gelände unter anderem eine Jogging-Strecke, ein Kino und einen Swimmingpool. Den Tennisplatz hat Präsident Barack Obama auch mit Linien für ein Basketballfeld versehen lassen.

  • Ärger beim Einzug (I)

Das "W" zwischen Vor- und Nachnamen war ein Markenzeichen von George W. Bush (2001-2009). Als der Republikaner im Januar 2001 den Präsidentensitz bezog, machten sich Mitarbeiter des Vorgängers Bill Clinton daraus einen Jux.

Sie entfernten aus vielen Computer-Tastaturen prompt den Buchstaben W. Einige W-Tasten sollen an 3,60 Meter hohe Türrahmen geklebt worden sein.

In Anspielung an Bushs sprachliche Schnitzer brachte irgendwer zudem an einige Büros Schilder mit dem Hinweis "Office of Strategery" an (etwa: "Büro für Strategerei") - ein beliebter Witz aus einer Comedy. Zum Befremden von Bush empfingen Mailboxen die Anrufer mit obszönen Botschaften.

  1. Ärger beim Einzug (II)

Außer der schottischen Königin Maria Stuart hat kein Staatsoberhaupt so viel für die Popularität von Golf getan wie Präsident Dwight D. Eisenhower, da sind sich viele Freunde des Sports sicher.

"Ike" (1953-1961) soll auf dem Rasen der Machtzentrale 800 Partien gespielt haben. Das wäre an sich nicht weiter schlimm gewesen.

Die Spikes unter seinen Golfschuhen sollen aber die Korkböden im Inneren des Oval Office so ruiniert haben, dass Lyndon B. Johnson (1963-1969) die Böden Mitte der 1960er mit Linoleum versiegeln ließ. Heutzutage läuft man dort über Holzparkett.

  1. Raubtier-Kapitalisten

Es gibt erstaunliche Geschichten über Tiere im Weißen Haus. Woodrow Wilson (1913-1921) ließ während des Ersten Weltkrieges eine Schafherde auf dem Rasen grasen, deren Wolle zugunsten des Roten Kreuzes teuer versteigert wurde.

Die schrägsten Hausgenossen waren aber wohl die Echsen: Der sechste Präsident John Quincy Adams (1825-1829) brachte im heute für Festlichkeiten vorbehaltenen East Room über Monate einen Alligator unter. Der Politiker und Kriegsheld Marquis de Lafayette hatte das Raubtier bei ihm in Pflege gegeben.

Ein Jahrhundert später beherbergte das Weiße Haus übrigens wieder Alligatoren. Ein Sohn von Herbert Hoover (1929-1933) hielt gleich ein Pärchen der Reptilien als Maskottchen.

Den Tag der Einführung im Liveblog nachlesen

Bilder: So verlief der Tag in Washington

Bilder: Demonstrationen gegen Trump in Washington

Unser Dossier zu Donald Trump

Fotos: Die Obamas empfangen die Trumps

Hier geht es zur Bilderstrecke: Hier wohnt der US-Präsident - Rundgang durchs Weiße Haus

(csr/dpa)