Yanomami im Regenwald Brasilien startet Schutzeinsatz für Amazonas-Bewohner gegen illegale Goldgräber

Rio de Janeiro · Der Regenwald des Amazonas brennt. Illegale Goldgräber bedrohen auch die dort lebenden indigenen Yanomami. Nun hat das brasilianische Militär einen Schutzeinsatz begonnen.

 Ein Soldat der brasilianischen Luftwaffe in einem Frachtflugzeug mit Hilfslieferungen in die entlegene Regenwaldregion der Yanomami.

Ein Soldat der brasilianischen Luftwaffe in einem Frachtflugzeug mit Hilfslieferungen in die entlegene Regenwaldregion der Yanomami.

Foto: AFP/MICHAEL DANTAS

Der brasilianischen Luftwaffe zufolge sind Jets und Überwachungsflugzeuge im Einsatz, um über dem entlegenen Indigenen-Schutzgebiet im Amazonas-Regenwald zu verhindern, dass kleine Flugzeuge illegale Goldgräber-Camps versorgen. Den illegalen Goldgräbern wird vorgeworfen, gewaltsam in das Schutzgebiet einzudringen, dort Krankheiten unter der indigenen Bevölkerung zu verbreiten, die Menschenrechte der Bewohner zu verletzen und massive Umweltschäden anzurichten.

Die brasilianische Polizei hatte in der vergangenen Woche Ermittlungen wegen mehrerer Straftatbestände eingeleitet, darunter auch Völkermord. Zuvor waren Bilder von verhungerten Yanomami-Kindern um die Welt gegangen.

Der seit Januar amtierende Präsident Luiz Inácio Lula da Silva ordnete am Montag die Schließung des Luftraums über Teilen der Region an und ermächtigte das Militär, Flugzeuge umzuleiten, die im Verdacht stehen, illegale Lager zu beliefern.

Luftaufnahme von einem abgeholzten Stück Regenwald auf dem Land der Yanomami im Amazonasgebiet in Brasilien.

Luftaufnahme von einem abgeholzten Stück Regenwald auf dem Land der Yanomami im Amazonasgebiet in Brasilien.

Foto: AFP/MICHAEL DANTAS

Eine offizielle Untersuchung hatte ergeben, dass in dem Indigenen-Schutzgebiet der Yanomami im vergangenen Jahr 99 Kinder unter fünf Jahren an Unterernährung, Lungenentzündung, Malaria oder anderen Infektionskrankheiten gestorben sind. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums waren darunter 67 Kinder unter einem Jahr.

Auf dem Yanomami-Territorium leben rund 30.400 Menschen. Es erstreckt sich über die Bundesstaaten Roraima und Amazonas sowie Teile des benachbarten Venezuela. Aufgrund der Zerstörung des Regenwaldes haben die dort lebenden Menschen zunehmend Schwierigkeiten, sich zu ernähren.

Zudem werden sie von Tausenden illegalen Goldgräbern in der Region bedrängt und angegriffen. Die Goldgräber sollen nach Angaben der Yanomami Einheimische getötet, Frauen und Jugendliche sexuell missbraucht und Flüsse mit Quecksilber verseucht haben.

Unter Ex-Präsident Jair Bolsonaro hatten Brände und Abholzungen im brasilianischen Regenwald stark zugenommen. Der neue Staatschef Lula versprach bei seinem Amtsantritt zu Beginn dieses Jahres, die Abholzung zu stoppen. Der Regenwald im Amazonas spielt eine wichtige Rolle für das Weltklima, für die Artenvielfalt und für stabile Wetterlagen.

(peng/AFP)
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