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Algerien setzt Flugverkehr mit Marokko aus

Diplomatischer Streit der Länder : Algerien setzt Flugverkehr mit Marokko aus

Wegen „Provokationen und feindlichen Praktiken“ Marokkos habe sich der algerische Hohe Sicherheitsrat dazu entscheiden, den Luftraum für alle Flugzeuge aus dem Nachbarland Marokko zu sperren.

In einer neuen Eskalationsstufe des diplomatischen Streits zwischen den nordafrikanischen Nachbarländern hat Algerien seinen Luftraum für alle Flugzeuge aus Marokko geschlossen. Den Schritt gab der algerische Hohe Sicherheitsrat nach einem Treffen mit Präsident Abdelmadjid Tebboune und Spitzenvertretern der Regierung bekannt. Zur Begründung wurden „Provokationen und feindliche Praktiken“ Marokkos genannt. Aus Rabat lag zunächst keine offizielle Reaktion vor.

In beiden Ländern leben zahlreiche Bürger des jeweils anderen Landes, die potenziell von der Einschränkung des Luftverkehrs betroffen sein könnten. Normalerweise gibt es täglich rund 15 Flüge zwischen Marokko und Algerien.

Im August hatte Algerien die diplomatischen Beziehungen zu Marokko abgebrochen. Zur Begründung verwies Algier unter anderem auf die marokkanische Unterstützung des „angeblichen Rechts auf Selbstbestimmung“ der Kabylen, einem in der nordalgerischen Kabylei lebenden indigenen Berbervolk. Zudem verwies Außenminister Ramtane Lamamra auf „massive und systematische Akte der Spionage“ durch Marokko, womit er sich auf Vorwürfe bezog, marokkanische Sicherheitsdienste hätten die Software Pegasus gegen Behördenvertreter und Bürger angewandt. Marokko bestreitet das.

Die Arabische Liga, die Organisation für Islamische Zusammenarbeit und Saudi-Arabien haben beide Länder zu einem Dialog aufgerufen.

(lils/dpa)